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Übersicht |
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Editorial
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Deutschland begeht Jubiläen
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„Wir sind das Volk“: Mit diesem Ruf, tausendfach
skandiert, verlieh im Herbst 1989
eine wachsende Zahl mutiger Demonstranten
in der DDR ihrem Wunsch nach Freiheit und
Volkssouveränität Ausdruck. Als am 9. Oktober
1989 in Leipzig 70.000 Menschen gewaltlos
gegen das Regime demonstrierten und die
staatlichen Sicherheitsorgane nicht eingriffen,
war die kommunistische Diktatur in ihren
Grundfesten erschüttert. Im Laufe der Zeit erstarkte
zunehmend die Forderung nach Freiheit
und Einheit mit ihrer prägnanten Formel
„Wir sind ein Volk“.
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Titel
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Nationalbewusstsein an den Nationalfeiertagen?
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Es gehört zu den Paradoxien der sich häufig
widersprechenden Inhalte und Rituale der
Nationalfeiertage in der Bundesrepublik
Deutschland und der DDR, dass das Verhalten
der Bevölkerung an den jeweiligen Feiertagen
in Ost- und Westdeutschland auch
vor der Wiedervereinigung kaum zu unterscheiden
war. Vereinfacht gesagt: Deutsche
mögen nun mal Wurst, Wein, Bier, Gesang,
Nachbarschaft und Verein. „Trinken wir die
Kleinigkeit auf die deutsche Einigkeit“, hieß
es deshalb nicht zufällig vor 20 Jahren, als
Tausende Ostdeutsche über die Botschaften
der Bundesrepublik Deutschland in Budapest,
Prag und Warschau nach Westdeutschland
flohen.
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