3/2010

 

 Inhalt

Übersicht

Editorial

Kraftakt

Die Entwicklung vollzog sich in wahrhaft atemberaubendem Tempo: Nicht einmal ein Jahr nach dem Mauerfall am 9. November 1989 und dem darauf folgenden Sturz des SED-Regimes trat die DDR dem Geltungsbereich des Grundgesetzes bei. Mit der Vollendung der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland wieder zu einem vereinten, freien und souveränen Land. Mittlerweile folgen den 40 Jahren Teilung bereits 20 Jahre nach der Wiedervereinigung – eine Zeit des Zusammenwachsens von Ost und West, das sich oftmals schwieriger gestaltet als zunächst erwartet.

Harald Biermann, Andrea Braun, Hans Walter Hütter, Sabine Schebben (v.l.n.r.)
 

Titel

20 Jahre Aufbau Ost

Der erste und einzige Vorsitzende einer SPD-Fraktion in der Volkskammer der DDR, der Philosoph und Theologe Richard Schröder, berichtete jüngst auf einer Diskussionsveranstaltung in Berlin zum 20. Jahrestag der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion, dass sein Wartburg-PKW, der trotz eines gewissen Alters in der DDR laufend an Wert gewonnen habe, nach Öffnung der innerdeutschen Grenze und Einführung der D-Mark schlagartig jeden Wert verloren habe; seine Tochter wollte das Auto, das zu DDR-Zeiten hochbegehrt und teuer war, nicht einmal mehr geschenkt. Diese kleine Geschichte aus dem Sommer 1990 steht am Beginn der Geschichte des „Aufbaus Ost“ und sie markiert alle Probleme, Ängste und Enttäuschungen, die es seit dieser Zeit zu überwinden galt.

 

Währungsunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR
 

Bonn

Sportmoderatorin Okka Gundel erfährt von den ehemaligen Leistungsturnern Eberhard Gienger (l.) und Wolfgang Thüne (r.) deren persönliche Fluchtgeschichte.

Wir gegen uns

Bei der Ausstellungseröffnung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ am 11. Mai 2010 im Haus der Geschichte in Bonn zeigte sich vor allem eines sehr deutlich: Sport war bis 1989 ein Kampfplatz des Ost-West-Konfliktes. Opfer der politischen Instrumentalisierung des Sports waren Menschen, die oftmals nicht mehr waren als Spielball der Politik. Viele dieser Geschichten werden in der Ausstellung, die bis zum 10. Oktober in Bonn zu sehen ist, wieder lebendig.

 

Leipzig

Vor dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, Grimmaische Straße, zur Ausstellungseröffnung "Spaß beiseite. Humor und Politik in Deutschland" am 21. Mai 2010

Spaß beiseite. Humor und Politik in Deutschland

21. Mai 2010, ein frühsommerlicher Freitagabend in Leipzig: Vor dem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig bildet sich eine Menschenschlange, die sich binnen kurzer Zeit die Grimmaische Straße hinunterzieht. Alle warten auf die Eröffnung der neuen Wechselausstellung „Spaß beiseite. Humor und Politik in Deutschland“. Kenner wissen: Nach 25 Jahren sind sie erstmals wieder gemeinsam in Leipzig zu sehen – der westdeutsche Kabarettist Dieter Hildebrandt und sein österreichischer Kollege Werner Schneyder.