Rund 40 Millionen Erwerbstätige wies die offizielle
Statistik Ende 2008 für Deutschland aus.
Darunter befanden sich mehr als 5 Millionen
Teilzeitbeschäftigte und fast 2 Millionen Auszubildende.
Zugleich gab es 3,4 Millionen Arbeitslose
– eine Zahl, die zu diesem Zeitpunkt
vielfach als positives Signal gedeutet wurde:
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hatte offenbar
noch nicht auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen.
„Wenn man keine Aufgaben und keine Arbeit
hat, dann verkümmert man. Für mich ist das
undenkbar“, urteilt die Landwirtin Gisela
Fuhs heute über den Wert ihrer Arbeit. Dabei
spricht sie von harter Knochenarbeit: 1937
wurde sie in Köln geboren
und wuchs auf einem Bauernhof
auf. Sie übernahm
nach Landwirtschaftsschule
und Lehre mit ihrem Mann
einen Aussiedlerhof in Golzheim.
Als eine von vielen
Zeitzeugen steht Fuhs dafür,
dass Arbeit mehr ist als nur
Zwang zur Existenzsicherung. Arbeit ist Sinn
gebend und vermittelt soziale Anerkennung.
Die neue Ausstellung „Hauptsache Arbeit.
Wandel der Arbeitswelt nach 1945“, die ab dem 2. Dezember 2009 im Haus der Geschichte
zu sehen ist, zeigt Arbeit als Bereicherung
des Lebens, aber auch als wandelbares ökonomisches
Fundament menschlichen Daseins.
Ein Mann betritt das Zimmer. Eine Frau bedeutet,
er möge warten. Der Mann setzt sich,
schaut sich um. Sein Blick verfängt sich in
einem schief hängenden Bilderrahmen.
Der Mann schreitet zur Tat. Das Chaos
beginnt, es gibt kein Entrinnen: ein perfekt
inszenierter Sketch, den wir alle kennen –
zum Kaputtlachen. Seit dem 19. September 2009 strömen Besucher in die Ausstellung
„Loriot. Die Hommage“ im Haus der Geschichte,
die noch bis zum 28. Februar 2010
zu sehen sein wird.
Der 9. Oktober bot in Leipzig in diesem Jahr
besonderen Grund zum Feiern: Nicht nur das
Zeitgeschichtliche Forum beging mit einem
großen Museumsfest sein zehnjähriges
Bestehen. Zum 20. Mal jährte sich auch das
Ereignis jener Montagsdemonstration, die
das SED-Regime 1989 ins Wanken brachte.