1/2010

 

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Infothek Bonn

 

Ein Stück Geschichte in Bonn

Ein Stück Geschichte in der Bundesstadt: Die ehemaligen Bonner und jetzigen Berliner Wirte Friedel Drautzburg (l.) und Harald Grunert (2.v.l.) spendeten der Deutschen Welle (DW) und der Stadt Bonn ein Originalstück der Berliner Mauer. „In vielen Städten gibt es Teile der Mauer, die meisten sogar in den USA, aber keines in Bonn“, erklärte Grunert, der zusammen mit Drautzburg in der Hauptstadt die Gaststätte „Ständige Vertretung“ („StäV“) betreibt. Die 3,60 Meter hohe und 3,8 Tonnen schwere Dauerleihgabe steht nun vor dem DW-Funkhaus. Drei Originalstücke seien auch im Haus der Geschichte zu sehen, erklärte dessen Präsident, Prof. Dr. Hans Walter Hütter, bei der Enthüllung. Der Künstler Ben Wagin gestaltete das Mauerteil aufwendig als Stele. Neben einer Eisenkette steht auf der einen Seite „Wende Mauer endet“ geschrieben, auf der anderen „Todes Mauer Krieg“, wobei die drei Wörter jeweils drei Mal neu zusammengestellt werden. Ein Foto mit den drei nicht bearbeiteten Mauerstücken aus dem Haus der Geschichte überreichte Hütter (r. neben Erik Bettermann, Intendant der Deutschen Welle) den Spendern Grunert und Drautzburg.

Max Heier

Lesen verbindet Kulturen

„Mit der Buchmesse Migration möchten wir Brücken zwischen den Kulturen bauen“, so
Dr. Hidir Celik. Der Schriftsteller und Initiator der siebten Buchmesse Integration verwies damit bei der Eröffnung im Haus der Geschichte in Bonn auf die Signale, die von der Veranstaltung ausgehen sollen: Lesen verbindet die Kulturen. Offenbar nicht nur das Lesen, denn die Zuhörer waren auch von der multikulturellen Nachwuchstanzgruppe „B-Stars“ begeistert. Im Foyer des Hauses der Geschichte konnten sich die Besucher zudem an zahlreichen Bücherständen informieren und schmökern. Dazu fanden an vier Tagen unter dem Motto „Vielfalt erlesen und erleben – und mitmischen!“ viele Veranstaltungen statt. In Fachtagungen ging es etwa am 19. November 2009 um „Deutschland – Zukunft der Flüchtlinge“, am 21. November war das Thema „Mehrsprachigkeit und Elementarpädagogik“ und tags darauf wurde über „Frauenrechte = Migrantinnenrechte?!“ diskutiert. Zudem gab es auf der Messe Lesungen für Schulklassen, Vorträge und einen vielfältigen Afrikatag: Autoren stellten ihre Bücher vor, es gab ein afrikanisches Buffet und zum Abschluss wurde mit der Band „Bonn – Afrika“ gefeiert.

Max Heier

Dichterfürsten unter sich: Goethe und Schiller

Der Schriftsteller und Philosoph Rüdiger Safranski gab am 3. Dezember 2009 bei seiner Lesung im Haus der Geschichte Einblicke in die Beziehung der wohl bekanntesten deutschen Klassiker: Sein Buch „Goethe und Schiller: Geschichte einer Freundschaft“ behandelt die nicht immer einfache Beziehung zwischen den bedeutenden Dichtern und Denkern. „Es war wirklich eine Freundschaft“, sagte Safranski, und kein Mythos der Nachwelt. Mit Anekdoten aus dem Weimarer Umkreis unterhielt Safranski seine Zuhörer über die Lesung hinaus: So überrage das Denkmal von Johann Wolfgang von Goethe in Weimar die Statue von Friedrich Schiller. In der Realität sei jedoch Schiller um einen Kopf größer als sein zehn Jahre älterer Freund gewesen. Das erste persönliche Treffen der beiden habe zudem gar nicht von Literatur gehandelt. Bei einem Vortrag in Jena habe Goethe vor allem über sein Lieblingsthema „Metamorphosenlehre bei Pflanzen“ gesprochen, erzählte Safranski. Diese Ausführungen habe Schiller jedoch als fixe Idee abgetan. Der Anfang einer „wunderbaren Freundschaft“ zwischen zwei Gelehrten, die laut Safranski keineswegs „ein Herz und eine Seele“ waren.

Max Heier