1/2010

 

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Karikatur

Karikatur


1963 kam es bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Stockholm zu einem Eklat: Nach der Niederlage gegen die Mannschaft aus der Bundesrepublik Deutschland wandten die Spieler der DDR der bundesdeutschen Flagge während der Siegerehrung demonstrativ den Rücken zu. Mit dieser symbolischen Geste nahmen die DDR-Spieler Revanche für das Verhalten der westdeutschen Mannschaft bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in Genf 1961: Um bei einer Niederlage nicht die Fahne der DDR grüßen zu müssen, welche die DDR seit 1959 als eigene Staatsflagge eingeführt hatte, räumte die bundesdeutsche Eishockeymannschaft kampflos das Feld. Der Karikaturist Wolfgang Hicks bezieht sich mit der Karikatur „Die Mauer reicht bis Stockholm“ sowohl auf den Bau der Berliner Mauer 1961 als auch auf den „Flaggenstreit“ bei der Eishockey-Weltmeisterschaft. Quer über einem Eishockeyfeld, dessen Tore mit den Fahnen der beiden deutschen Staaten versehen sind, verläuft eine übergroße, mit Stacheldraht gesicherte Mauer, die an die Berliner Mauer erinnert.

Wolfgang Hicks (1909-1983), veröffentlichte diese Karikatur 1963 in der Tageszeitung Die Welt. Hicks arbeitete bereits seit den 1920er Jahren als Karikaturist. Nach dem Zweiten Weltkrieg zeichnete er aktuelle politische Karikaturen zunächst für die Wochenzeitung Die Zeit und den stern; anschließend von 1957 bis zu seinem Tod 1983 als Hauskarikaturist der Welt.

Ulrich Op de Hipt