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Titel
Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland
„Die Klassenauseinandersetzung auf sportlichem Gebiet hat ein solches Ausmaß erreicht, daß prinzipiell kein Unterschied zur militärischen Ebene besteht. So wie der Soldat der DDR, der an der Staatsgrenze seinem imperialistischen Feind in der NATO-Bundeswehr gegenübersteht, so muss der DDR-Sportler in dem Sportler der BRD seinen politischen Gegner sehen.“ Kaum eine andere Verlautbarung spiegelt die politische Dimension des Sports im Kalten Krieg so deutlich wider wie dieser Beschluss des SED-Politbüros von 1968, mit dem die DDR-Athleten und die Bevölkerung insgesamt auf die Olympischen Spiele in München 1972 eingestimmt werden sollten.

Der Wettkampf seines Lebens
In den gesamten 40 Jahren ihrer Existenz waren Flucht und Ausreise ständige Begleiterscheinungen der DDR. Selbst als Mauer, Selbstschussanlagen und Minengürtel die beiden Teile Deutschlands trennten, versuchten immer wieder Menschen unter Lebensgefahr, das Land zu verlassen. Zu den spektakulärsten Fluchten gehörte die des 19-jährigen Leistungsschwimmers Axel Mitbauer, der im August 1969 durch die Lübecker Bucht in den Westen schwamm.
Der Fußball und die deutsche Wiedervereinigung
Als am 9. November 1989 die Berliner Mauer fiel, ergaben sich auch im Sport vollkommen neue Möglichkeiten. Für die Fußballer der DDR schien in diesem Moment alles möglich zu sein. Der langgehegte Traum, einmal in der Bundesliga Fußball spielen zu dürfen, ging für einige schneller in Erfüllung als jemals gedacht. Reiner Calmund, damaliger Manager von Bayer 04 Leverkusen, handelte rasch.
