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Infothek Leipzig

„Es kann uns keiner vorwerfen, dass dies eine Harmonieveranstaltung war“, resümierte der Leiter der Europäischen Akademie Berlin, Eckart D. Stratenschulte, das von ihm moderierte 17. Leipziger Europaforum. Unter dem Titel „Gefahr für Europa: Sprengen Nationalismen die Europäische Union?“ diskutierten am 20. März 2010 vier hochkarätige Podiumsgäste die hohe Wählerzustimmung europakritischer Parteien bei der Wahl 2009 zum EU-Parlament. Das Meinungsspektrum war breit: Der polnische Journalist Adam Krzeminski vertrat die Ansicht, dass das Problem des wachsenden Nationalismus in der EU primär ein Ergebnis der oftmals schwierigen Beziehungen zwischen den Mitgliedsstaaten sei. Vor einer Überbewertung der europaskeptischen Fraktion im Europäischen Parlament warnte angesichts der hohen Zahl von Nicht-Wählern der ungarische Schriftsteller und Historiker György Dalos. Die ehemalige Europaabgeordnete Gisela Kallenbach unterstrich zudem die zentrale Bedeutung der Wählerschaft für das Funktionieren gemeinsamer Institutionen. Juristische Aspekte bei der Gestaltung des europäischen Integrationsprozesses standen im Mittelpunkt der Kritik von Staatsrechtler Karl A. Schachtschneider.

Zum Thema „Perspektiven für den Fußballsport im Osten“ fand die letzte Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung „Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig statt. Unter der Regie von Winfried Wächter, Ressortleiter Sport bei der Leipziger Volkszeitung, diskutierten Frank Engel, Leiter Nachwuchsförderung beim DFB, Ralf Minge, Trainer der U20-Nationalmannschaft, Hans-Georg Moldenhauer, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbands und Vizepräsident des DFB sowie Jürgen Raab, ehem. Mitglied der DDR-Nationalmannschaft über die aktuelle Lage des ostdeutschen Fußballs. Der Fokus wurde auf Defizite und Potentiale sowie die Möglichkeiten der Nachwuchsförderung gelegt. Im Zentrum der Überlegungen stand sowohl die notwendige Solidarität der Vereine und Spieler untereinander als auch die finanzielle Situation vieler ostdeutscher Clubs als Ursache für die derzeitige Entwicklung. Vor allem sei die Arbeit an der Basis die Voraussetzung für eine langfristige Etablierung ostdeutscher Clubs und Spieler in den oberen Ligen, so die einhellige Meinung. DFB-Vize Moldenhauer betonte: „Ich bin Berufsoptimist und glaube, dass Geld nicht alles ist, sondern Leidenschaft und gesunde Entwicklung im Verein viel bewirken können.“