4/2010

 

 Inhalt

Editorial

Gesamtdeutsche Perspektiven

Abwechslungsreiches Programm in Bonn, Leipzig und Berlin

Anspannung, Ungläubigkeit, Freude: In den Gesichtern der Menschen in Berlin spiegelte sich die emotionale Dramatik der Tage rund um den Mauerfall am 9. November 1989. Der renommierte französische Fotograf Gilles Peress hat in großformatigen Farbaufnahmen nicht nur das Geschehen dokumentiert, sondern auch dieses Wechselbad der Gefühle festgehalten. 2004 ergänzten Besucher einer Ausstellung in Berlin die Fotografien mit ihren Kommentaren und Gedanken.

„Das gehört zur Geschichte. Nicht vergessen!“ mahnt eine dieser – teilweise sehr persönlichen – Notizen. Das historische Ereignis und die rückblickende Deutung verbinden sich zu einem einmaligen kollektiven Erinnerungsdokument der gesamtdeutschen Zeitgeschichte. Eine Auswahl dieser Aufnahmen präsentiert die Stiftung anlässlich des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung am 3. Oktober 2010 in ihrer Ausstellung „Und dann war die Mauer weg. Fotografien von Gilles Peress“. Eröffnet wurde sie zeitgleich an allen drei Standorten der Stiftung – eine symbolische Verknüpfung zwischen Ost und West. In Bonn sind die Aufnahmen noch bis zum 23. Januar 2011 zu sehen.
 
Hier nimmt seit Anfang Oktober 2010 auch die Überarbeitung der Dauerausstellung konkrete Gestalt an. Bis Mai 2011 werden rund 50 Prozent der Fläche neu gestaltet, über 3.000 Exponate bewegt. Während des Umbaus bleibt das Museum geöffnet, die Dauerausstellung – allerdings eingeschränkt – zu besuchen. Unsere Gäste erwartet von Januar bis Mai 2011 ein attraktives Zusatzangebot.

Darüber hinaus bieten wir weiterhin ein facettenreiches Wechselausstellungsprogramm: Im Haus der Geschichte in Bonn zeigen wir ab dem 10. Dezember 2010 „Spaß beiseite. Humor und Politik in Deutschland“, im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig ab dem 15. Dezember 2010 „Hauptsache Arbeit. Wandel der Arbeitswelt nach 1945“.
 
Freuen Sie sich somit in diesem Winter auf vertraute und auf eher ungewöhnliche Perspektiven der Museumsarbeit. Zu einem Besuch laden meine Kolleginnen und Kollegen wie auch ich Sie herzlich ein!

Dr. Hans Walter Hütter, Präsident und Professor

Die neue Dauerausstellung konkretisiert sich. Über die Pläne diskutieren die Ausstellungsgestaler Petra Winderoll und Klaus Würth (l.) sowie vom Haus der Geschichte Ausstellungsdirektor Jürgen Reiche (2. v. l.), Hans Walter Hütter (M.) und Projektleiter Hanno Sowade (r.).