Mit 17

 

 Inhalt

Übersicht

Titel

Hans Walter Hütter

Mit 17 ... Jung sein in Deutschland

Selbstüberschätzung und Sinnsuche, Rebellion und Rückzug, Zorn und Zweifel – der Alltag zwischen Extremen bestimmt das „Jung sein“. Diese Lebensphase ist vor allem auch eine Zeit der Suche: Wer bin ich? Was kann, was will ich erreichen? Wie will ich leben? Wo ist mein Platz in dieser Gesellschaft, in welcher Gesellschaft?

 

 

Im Wandel der Zeit

Sibylle Hübner-Funk

Jugendforschung im geteilten Deutschland

 

Die vier Jahrzehnte der deutschen Teilung haben aufgrund der unterschiedlichen Bedeutung der Jugend für den jeweiligen Staat nicht nur konträre Erziehungsinstitutionen, sondern auch konträre Modelle der Jugendforschung hervorgebracht: Das Deutsche Jugendinstitut e.V. in München (DJI) und das Zentralinstitut für Jugendforschung in Leipzig (ZIJ) waren seit Mitte der 1960er Jahre bis zur deutsch-deutschen Vereinigung die maßgeblichen Jugendforschungs- und Beratungsinstitutionen des west- und ostdeutschen Staates. 
Die Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeiten waren auch Teil der wissenschaftlichen Biografien der beiden Direktoren, die ab Mitte der 1960er Jahre das DJI bzw. das ZIJ geleitet haben: Walter Hornstein und Walter Friedrich, beide Jahrgang 1929. Die biografischen Parallelen dieser Wissenschaftler, die nicht nur Exponenten der antagonistischen Nachkriegsstaaten, sondern auch Kinder der Weimarer Republik und Jugendliche des Hitler-Reichs waren, ähneln sich in erstaunlicher Weise.

 

Im Wandel der Zeit

SILLY im Interview

Erbanlagen

 

Rockmusik war lange Zeit ein Privileg der Jugend. Mit elektrisch verstärkten Gitarrenklängen sang sie seit den 1960er Jahren gegen die Welt und Lebensvorstellungen ihrer Eltern an. Die Rockmusiker der ersten Generationen sind mittlerweile längst in die Jahre gekommen; auf der Bühne stehen sie aber immer noch – mitunter sogar mit ihren Söhnen.
Ist der einstmalige Konflikt der Generationen einer neuen Harmonie gewichen? Antwort darauf geben Uwe Hassbecker und Sohn Daniel gemeinsam mit Jäcki Reznicek und Sohn Sebastian. Sie touren als SILLY gemeinsam über die Rockbühnen des Landes.

Vom Vater zum Sohn: Jäcki und Sebastian Reznicek von SILLY.
 

Glaube

Katrin Göring-Eckardt

Die Freiheit des Glaubens

 

In der DDR bedeutete Kirche für mich vor allem eines: Freiheit. Freiheit im Reden, Freiheit im Denken. Kirche bot einen Schutzraum, in dem ein offenes Diskutieren über Dinge möglich war, die sonst nicht einmal hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen werden durften. Kirche war ein Asyl für den Geist, in dem wider das verordnete Denken über Presse-, Reise- und Meinungsfreiheit geredet wurde. Sie war mein persönliches Trainingslager für Demokratie, denn sie lebte durch ihre demokratischen Strukturen und Prozesse das vor, was die Menschen aus der Kirche heraus gegen den Staat forderten.

 

Pubertät

Ralph Dawirs & Gunther Moll

Jugend will gestalten!

 

Um die Situation der Pubertisten und die Bedeutung der Pubertät in der Moderne zu verstehen, muss man zunächst der Frage nachgehen, welche ursprüngliche biologische Funktion die Pubertät bei den frühen Menschen hatte. Wozu ist die Pubertät eigentlich erfunden worden? Und schließlich: Welchen Zweck erfüllt die Pubertät noch in der modernen Gesellschaft? Ist der Pubertist von heute vielleicht sogar überflüssig geworden?

 

Sexualität

Jutta Resch-Treuwerth und Martin Goldstein im Interview

Der Osten sprach „Unter vier Augen“, den Westen bewegte „Dr. Sommer“

Kondomautomat "Blausiegel", 1980
 

Sexualität

Kurt Starke

Pornografie-Verbot für Jugendliche unsinnig und unmöglich

 

Keine der bisher vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen belegt schädliche Auswirkungen der Pornografie auf das Sexualleben Jugendlicher und die Lebensgestaltung insgesamt. Folglich erübrigt sich ein Verbot von Pornografie.

 

Sexualität

Johannes Gernert

Die gelassene „Generation Porno“

 

Man kann sich schon Sorgen machen um seine Teenagerkinder, wenn man sieht, was sie im Netz alles aufrufen können. Unzählige Portale wie beispielsweise Youporn zeigen Sex – ohne wirkliche Alterskontrolle – in seinen ausgefallensten und brutalsten Varianten. Wie gehen junge Leute bloß damit um?

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Jugend und Alter

Joachim Scholtyseck

„Forever Young“

 

Heutige Debatten über eine „Vergreisung“ der Gesellschaft sind keineswegs so neu, wie man annehmen könnte. Die Ideen einer ständigen Verjüngung und des sprichwörtlichen „Jungbrunnens“ prägen seit vielen Jahrhunderten nicht nur die westlichen Gesellschaften. Dennoch ist die Wertschätzung der Jugendlichkeit seit dem 19. Jahrhundert ein Merkmal der Industriegesellschaft, in der Jugend mit Agilität und Produktivität assoziiert wurde und wird.

 

Freizeit

Matthias Sammer im Interview

„Sport ist die beste aller Lebensschulen“

Jugendliche Straßenfußballer kicken überall: auf Asphalt, Sand oder Gras – in Rio und Köln, Kabul oder München. Fußball kann soziale und kulturelle Grenzen überwinden. Wie Jugendliche vor allem in Ost- und Westdeutschland, aber auch international Entwicklungsmöglichkeiten und neue Perspektiven durch den Sport erhalten, erklärt der ehemalige Nationalspieler und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer.

 

Freizeit

Joachim Llambi

Die Tanzschule

 

Die Tanzschule alter Prägung gibt es nicht mehr. Heutzutage sind Tanzschulen Freizeiteinrichtungen, Tanzlehrer sind Animateure. Tanzschüler wollen nicht mehr nur tanzen lernen, nein – sie wollen ihre Freizeit oder ihren Feierabend vergnüglich verbringen. Turnschuhe statt Lackschuhe, Jeans statt Tuchhose, Spaß ist gefragt.

 

Freizeit

Asfa-Wossen Asserate

Körperliche Haltung & seelische Contenance: auch eine Zier für die Jugend von heute?

Wenn die Manieren den Körper vollkommen unter ihre schon gar nicht mehr spürbare Kontrolle genommen haben, könnte man das Ergebnis Anmut nennen.

 

Druck im Alltag

Ulrike Zander

Feiern – bis der Arzt kommt

 

Während die Flatrate-Party im Zelt lautstark und hellerleuchtet weiterläuft, ist die angrenzende Wiese stockdunkel, inzwischen von Tau überzogen und eiskalt. Hier liegt die leicht bekleidete 16-jährige Maike, volltrunken und bewusstlos. Sie hat mit Freunden in den 1. Mai gefeiert, das Festzelt ist übervoll, die Luft stickig. Für 15 Euro trinken bis zum Abwinken. Viel zu viel 43er mit Milch, kein Wasser, nichts gegessen. Irgendwann wurde Maike schwindelig und übel, sie musste raus aus der Menge. Als sie endlich von ihren Freunden gefunden wird, ist sie stark unterkühlt, reagiert weder auf Rütteln noch auf Rufen. Die Jugendlichen bekommen es mit der Angst zu tun und wählen 112.

Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe
 

Ernährung

Sternekoch Dieter Müller im Interview

Man ist, was man isst

 

 

Ernährung

Elisabeth Brings

Die Karriere des Salats

Längst hat die sogenannte LOHAS-Bewegung den fossilen Vollzeit-Öko der 1960er und 1970er Jahre abgelöst. Statt im kleinen Bioladen „Gute Erde“ ums Eck wird nun in hellen, freundlichen Bio-Supermärkten wie „Basic“ und „Alnatura“ nicht nur Soya und Dinkel eingekauft, sondern der gesamte tägliche Bedarf gedeckt. Der typische LOHAS ist meistens ein junger Mensch, der Wert auf gesunde und ökologisch nachhaltige Lebensführung legt. Er pflegt einen „Lifestyle Of Health And Sustainability“ (Lebensstil auf Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit), der seinen Ausdruck in bewusstem Kaufverhalten und gezielter Produktauswahl findet.

 

Engagement

Patricia Wratil

Yes you can!

Otto-Hahn-Gymnasium in Bergisch Gladbach, September 2006: Wie gerufen kam die Ansage während unserer Doppel-Mathestunde, dass alle Interessierten sofort an der Informationsveranstaltung zum Geschichtswettbewerb teilnehmen könnten.

Preisverleihung beim Geschichtswettbewerb 2007
 

Beruf

Klaus Hurrelmann

Jung sein in Deutschland

Die letzten drei Shell Jugendstudien haben deutlich gemacht, wie sensibel die junge Generation ihre Zukunftsperspektiven wahrnimmt und ihre Chancen taxiert. In der Studie 2002 waren die 12- bis 25-Jährigen, die jeweils befragt werden, noch recht optimistisch, trotz der seinerzeit vorherrschenden Engpässe am Berufsmarkt einen Platz zu erobern. 2006 war dieser Optimismus verflogen. Mit fast seismografischer Gabe sahen die jungen Leute die Finanzkrise voraus und äußerten sich über ihre Chancen so pessimistisch wie zuletzt in der deutschen Nachkriegszeit. 2010 hingegen zeigen sie ganz allgemein Optimismus und glauben fest daran, die Gesellschaft werde ihnen trotz aller Schwierigkeiten eine Entfaltungsmöglichkeit geben. Dafür sind sie bereit, viel in ihre persönliche Bildung und Kompetenzentwicklung zu investieren.

 

Beruf

Ulrike Zander

Das Ende der Wehrpflicht

Für die einen war es die Möglichkeit, „männlicher“ zu werden, Haltung und Disziplin zu lernen, Kameradschaft und Zusammenhalt zu erleben, sich durch Training und Herausforderungen zu bewähren, vielleicht auch ein wenig einen „Ehrendienst für das Vaterland“ absolvieren zu können und dabei zuvor ungeahnte Berufszweige kennenzulernen. Für die anderen war die Wehrpflicht ein unnötiger Verzögerungsgrund für Ausbildung oder Studium, ein Sammelplatz von primitiven Kampfwilligen, die unqualifizierte Sprüche und Eigenarten mit sich brachten, von denen ein pazifistischer Mensch nichts wissen wollte. Zivildienst war die Alternative – ebenfalls zum Wohl der Menschen und schön, wenn es vorbei war.

 

Perspektiven

Wolfgang Gaiser

Besorgte Optimisten

Der Druck auf die Jugendbiografie ist hoch. Die globale Energie-, Finanz- und Wirtschaftskrise lässt für Jugendliche das Hineinwachsen in die Gesellschaft, Verantwortungsübernahme, Gestaltung der Bildung, den Weg in die ökonomische Selbstständigkeit, Familiengründung usw. nicht einfacher werden. Wofür man Zeit, Gedanken, Energien oder auch das knapp bemessene Geld aufwendet, will überlegt sein. Ziele und Handlungskontexte müssen passen, Mitgliedschaft und Engagement sollen sich lohnen. Es gilt, sich zwischen vielfältigen konkurrierenden Notwendigkeiten und Angeboten zu entscheiden.

Karikatur von Walter Hanel, 1981