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Wie einst Lili Marleen...
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Ein Schlager schreibt Zeitgeschichte |
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Die Geschichte des Schlagers
- der Schlager in der
Geschichte ist Thema dieser
Ausstellung. Wann gab es
schon einmal eine Ausstellung
über ein Lied?
Der Besucherandrang zeigt:
das Experiment gelang -
Lili Marleen lebt! In nur
zwei Monaten sahen mehr
als 40.000 Besucher die
Ausstellung.
"Es wäre amüsant, wenn nach all dem Getue
und dem 'Heil'-Rufen, nach all dem Marschieren
und der Indoktrination, der einzige Beitrag der
Nazis zur Welt Lili Marleen wäre." So John
Steinbeck im Juli 1943. Das Haus der Geschichte
fragte mit der Ausstellung "Lili Marleen. Ein
Schlager macht Geschichte", die vom 7. Dezember
2001 bis 10. Februar 2002 zu sehen war,
nach Ursprung, Geschichte und Erfolg dieses
Lieds. Auch nach 1945 Geborene fesselt das
Lied, das zwar im Krieg entstand, aber kein
Kriegslied ist, und durch Melodie und Text bewegende
Gefühle ausdrückt: Trennung von geliebten
Menschen, Sehnsucht nach Heimat, Einsamkeit
und Angst vor dem Sterben. "Das Lied
kommt einem ganz nah" - dies ist der Schlüssel
in den Augen einer Besucherin für den Mythos
dieses Schlagers.
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Unter den rund 350 Exponaten faszinierten
zahlreiche erstmals öffentlich präsentierte Objekte
aus dem persönlichen Besitz von Lale Andersen,
Marlene Dietrich und anderen Protagonisten:
u.a. das Originalmanuskript des Dichters
Hans Leip aus dem Jahre 1915 und eine Original-
Uniform, die Marlene Dietrich 1944/45 bei
Auftritten vor amerikanischen Soldaten in Frankreich
und Deutschland trug, Tagebuchaufzeichnungen
von Lale Andersen aus den Jahren
1940-44, die erste Plattenaufnahme von Lili
Marleen 1939 sowie zwei Kostüme von Lale Andersen.
Neben Notenheften, Schallplatten, Liedkarten,
Soldatenbriefen, Film- und Veranstaltungsplakaten
sowie Kostümen von Hanna Schygulla
aus dem Film "Lili Marleen" von Rainer Werner
Fassbinder belegten audiovisuelle Medien die
beeindruckende Ausstrahlung und weltweite Verbreitung
des Lieds. Sie beleuchteten den zeitgeschichtlichen
Hintergrund und vermittelten etwas
von den Wirkungsmechanismen des Welterfolgs.
Das Spektrum der Exponate schloss dabei auch
Kuriositäten wie die Lili-Marleen-Rose - übrigens
im Garten des Hauses der Geschichte gewachsen
- einen Bierkrug mit Spieluhr und das Modell
einer nach dem Lied benannten antarktischen
Forschungsstation ein.
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Carmen-Litta Magnus, Tochter von Lale Andersen, bei der Eröffnung |
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Geschrieben 1915, vertont 1938, wird Lili
Marleen zum populärsten Schlager des Zweiten
Weltkriegs. Über alle Fronten hinweg findet das
Lied begeisterte Zuhörer, es wird in zahlreiche
Sprachen übersetzt und sogar von den Kriegführenden
für Propagandazwecke eingesetzt. Seine
Wirkungsgeschichte reicht weit bis in die
Nachkriegszeit hinein. Keine der zahlreichen
Interpretinnen von Lili Marleen wird jedoch so
sehr mit diesem Lied identifiziert wie die bei Bremerhaven
geborene Lale Andersen.
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Dr. Gisela
Lehrke, Leiterin des Kulturamts Bremerhaven,
entfaltete in ihrer Rede zur Eröffnung am 6. Dezember 2001 die glanzvolle, aber oft auch belastende
Verknüpfung von Lale Andersen mit "ihrem" Lied. Wie stark sie ihre Person mit diesem
Lied verschmelzen ließ, zeigen z. B. Autogrammkarten,
die Lale mit "Lili Marleen" signierte. Auch nach 1945 Geborene fesselt das
Lied, das zwar im Krieg entstand, aber kein
Kriegslied ist, und durch Melodie und Text bewegende
Gefühle ausdrückt: Trennung von geliebten Menschen, Sehnsucht nach Heimat, Einsamkeit
und Angst vor dem Sterben. "Das Lied kommt einem ganz nah" - dies ist der Schlüssel
in den Augen einer Besucherin für den Mythos dieses Schlagers.
Er kommentiert die deutsche Frage von der Teilung
bis zur Vereinigung, die Entwicklung von der D-Mark
zum Euro und gesellschaftliche Veränderungen vom Alltag in Trümmern nach Kriegsende
bis zur Globalisierung. Die Ausstellung verankerte ein Stück Geschichte
neu im Bewusstsein der Menschen, denn: "Es berührt, was man hier liest und hört."
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Dr. Gisela Lehrke, Leiterin des
Kulturamts Bremerhaven, bei der Ausstellungseröffnung am
6. Dezember 2001: "Den Grund für den überragenden
Erfolg von 'Lili Marleen' konnte Lale Andersen
ebenso wenig wie andere benennen: 'Kann der Wind
erklären, warum er zum Sturm wird?', antwortet sie 1942 auf
einer Pressekonferenz in Rom."
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