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Brennpunkt |
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Kalter Krieg, Kosovo und Kabul
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Bundeswehr im Wandel: Sicherheitspolitik seit 1952 |
Mit dieser Mission setzt die Bundesregierung
eine Außen- und Sicherheitspolitik fort, die den
Einsatz der Streitkräfte als aktives Mittel der Politik
außerhalb eines Kriegs wiederentdeckt hat.
Anders als bei den ersten Planungen zur
Wiederaufstellung deutscher Streitkräfte nach
dem Zweiten Weltkrieg beabsichtigt, wurde mit
der Unterzeichnung des Vertrags zur Gründung
der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft
(EVG) am 27. Mai 1952 ein Verteidigungsbeitrag
der Bundesrepublik im Rahmen einer europäischen
Armee ermöglicht. Die Bedrohung durch
die Sowjetunion ließ diesen notwendig erscheinen.
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Doch die französische Nationalversammlung
lehnte den Vertrag am 30. August 1954 ab. Im
Mai 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei
und stellte die Bundeswehr als Armee im Bündnis
auf. Ihr Auftrag beschränkte sich im Wesentlichen
auf die Verteidigung der Bundesrepublik,
gemeinsam mit den hier stationierten verbündeten
Truppen. Dabei wurde die abschreckende
Wirkung für einen potentiellen Angreifer betont.
"Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen!"
wurde zum Wahlspruch der westdeutschen
Streitkräfte.
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion
begann eine Neuorientierung in der Sicherheitspolitik,
die zunächst auf Geldersparnis und Abrüstung
abzielte. Die Bundeswehr wird seitdem in
zunehmendem Maß reduziert, Rüstungsprojekte
werden gestrichen oder gestreckt. Zeitgleich
wandelt sich die Bundeswehr zu einem aktiven Instrument
der Außen- und Sicherheitspolitik, besonders
unter dem Eindruck der Kriege im auseinander
fallenden ehemaligen Jugoslawien.
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Das bis dahin durch die enge Auslegung ihrer Aufgaben
begründete Selbstverständnis der Bundeswehrsoldaten,
Verteidiger der Heimat zu sein,
verändert sich grundlegend. Anfängliche Einsätze
im Auftrag der Vereinten Nationen auf dem humanitären
Sektor gaben nur einen ersten Vorgeschmack.
So wurden diese Einsätze auch als
logische Fortsetzung der Hilfseinsätze betrachtet,
welche die Bundeswehr bereits bei Naturkatastrophen
im Ausland - beginnend 1960 in Marokko
- inzwischen über hundert Fällen leistete.
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"Neue Aufbau- und Sicherheitspolitik" - visualisiert in der Dauerausstellung |
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In Somalia wurde 1993 mit dem Einsatz eines
bewaffneten Unterstützungsverbands eine
Vielzahl logistischer und führungstechnischer
Probleme deutlich. Dass die deutschen Soldaten
bisweilen auf den Schutz italienischer Verbände
zurückgreifen mussten, war Anlass zu lebhaften
Diskussionen in der Truppe. Während der Aufgaben in Kroatien und Bosnien-
Herzegowina (ab 1995) wuchsen die deutschen
Streitkräfte in internationale Friedensmissionen
hinein. Bei der Bombardierung
serbischer Truppen durch die Luftwaffe und dem
Einmarsch deutscher Panzer in das Kosovo teilten
deutsche Soldaten die Gefahren eines solchen
Einsatzes von Anfang an mit ihren Verbündeten.
Erstmals setzten Bundeswehrsoldaten
ihre Waffen offensiv ein.
Im Vergleich dazu scheint der Auftrag in Afghanistan
zur Zeit weniger gefährlich für das
deutsche Kontingent zu sein. Milder Spott der
Verbündeten, wo denn die deutschen Soldaten
blieben, begleitet den Beginn dieser neuen Mission,
zumal die deutsche Vorhut zunächst tagelang
im Eisregen stecken geblieben war. Doch
spätestens mit dem Einsatz in Afghanistan setzt
die Bundeswehr die ursprüngliche Vision der
EVG erneut in die Tat um.
Jan Hoffmann |
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