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Halbe-DM-Scheine, Mark und Euro

Währungsreformen von 1948 bis 2002

Alle sind mit dem Euro versorgt, alle Automaten umgestellt, die letzte D-Mark ist schneller als erwartet aus den Geldbörsen verschwunden. In kürzester Zeit wird die Euro-Umstellung Geschichte sein. Woran werden sich die Menschen aus der Zeit davor erinnern? Welche Alltagsgegenstände werden die persönlichen Erinnerungen künftiger Museumsbesucher beleben oder Jüngeren den Sprung in die Vergangenheit ermöglichen?

Rückseite einer Banknote aus den westlichen Besatzungszonen, 1948

Rückseite einer Banknote aus den westlichen Besatzungszonen, 1948

Genau genommen ist die Einführung des Euro bereits die vierte Währungsumstellung im Nachkriegsdeutschland. Die Währungsreform von 1948 bringt neue, schon Monate zuvor in den USA gedruckte Geldscheine in die westlichen Zonen Deutschlands. Die bis zu diesem Zeitpunkt kursierenden Reichsbank-, Rentenbank- und Alliierten Marknoten werden ungültig. Nur der Rentenmarkschein und die 10- sowie 50-Pfennig-Kleingeldscheine der Landesregierungen in der französischen Besatzungszone behalten bis Ende Mai 1949 noch einen Teil ihres Werts. Im Unterschied zu den Starter-Kits des Jahres 2001 gab es Scheine bis hinab zu den Fünf- und Zehn-Pfennig-Werten, und bis zur Einführung neuer Münzen war auch der Halbe-Mark-Schein aus dem Jahr 1948 eine gebräuchliche Note.

geschredderte Banknoten

Geschredderte Banknoten

Als Reaktion auf die Umstellung in den Westzonen wird wenige Tage später in der Sowjetischen Besatzungszone die Ost-Mark eingeführt zunächst meist als Stempelaufdruck. Damit schreitet die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands 1948 unübersehbar voran. Die Ausdehnung des Geltungsbereichs der D-Mark auf West-Berlin führt zur elfmonatigen Berlin- Blockade. Verstärkt die Währungsreform 1948 die Teilung zwischen West und Ost, so spielt wiederum die D-Mark 1990 eine entscheidende Rolle bei der Wiedervereinigung. Anhaltende Ströme von Übersiedlern zwingen zu raschem Handeln. Die Botschaft auf den Spruchbändern der Demonstranten in der DDR ist eindeutig: "Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr!" Der Staatsvertrag vom 18. Mai 1990 bildet die Grundlage für ein einheitliches Währungsgebiet mit der Deutschen Mark als gemeinsame Währung. Daran erinnern im Haus der Geschichte neben Scheckumstellungsformularen und Gutschriften beispielsweise auch Transparente und einfache Pappschilder wie: "Verkauf nach Währungsumstellung".

Waren die Maßnahmen bis dahin aus Notsituationen oder als Reaktionen auf politische Entwicklungen entstanden, erfolgte die Umstellung auf den Euro in der Überzeugung, damit einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und politischen Einigung Europas zu leisten. Während der langen Vorlaufzeit mangelte es nicht an begleitenden Aktionen, bot die Euro-Einführung auch der Werbe- und Kommunikationsbranche ein weites Betätigungsfeld. Keine leichte Aufgabe, aus der entstandenen Vielfalt die richtigen Objekte für das Museum auszuwählen. Reichen doch die Sammlungsobjekte von Sonderpostwertzeichen und Plakaten über Modelle für verschiedene Centmünzen sowie Euroscheine bis zum Brikett aus geschredderten DM-Scheinen und Produkten des täglichen Lebens mit doppelter Preisauszeichnung in DM und Euro. Ein Urteil über die Aussagekraft der jetzt gesammelten Objekte werden Besucher fällen, wenn der Jahreswechsel 2001/2002 als Grundstein für eine neue kollektive Lebenserfahrung emotional ansprechend darzustellen ist.

Barbara Langer

20. bzw. 23. Juni 1948
Die D-Mark wird in den Westzonen, die Ost-Mark in der sowjetischen Besatzungszone eingeführt

ab 1949
In den Westzonen werden erste Münzen mit dem Aufdruck "Bank deutscher Länder" geprägt

1950
Nach Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949: Aufdruck auf den Münzen wird geändert in "Bundesrepublik Deutschland"

1968
Die Ost-Mark erhält die Prägung "Mark der Deutschen Demokratischen Republik"

1. Juli 1990
Die D-Mark wird gesamtdeutsche Währung

1991
Die Verträge von Maastricht sehen die Einführung einer gemeinsamen Währung für die Europäische Union bis spätestens 1999 vor

1. Januar 1999
Der Euro wird als Rechnungswährung eingeführt

1. Januar 2002
Währungsumstellung auf den Euro

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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