|
Der WBO-Champion hielt anlässlich der
Wechselausstellung "Prominente in der Werbung"
einen Vortrag zum Thema
seiner Doktorarbeit. Klitschko hatte das Training
von 14- bis 17-jährigen Nachwuchsboxern empirisch
untersucht und dabei die Effizienz verschiedener
Trainingsverfahren geprüft.
In seiner Begrüßung outete sich Hermann
Schäfer als Boxsportfan und schlug einen weiten
Bogen zur Thematik. Boxen, so Schäfer, habe
viel mit konzentriertem Tanz und auch mit
dem Schachspiel gemeinsam. "Und mit Literatur
...", ergänzte Klitschko und verwies auf die boxenden
Schriftsteller Mark Twain und Ernest Hemingway.
Im Anschluss an die Präsentation seiner
Forschungsergebnisse beantwortete er
zahlreiche Fragen aus dem interessierten Publikum.
|
 |
Champion und Wissenschaftler: Dr. Wladimir Klitschko |
|
|
Der Champion selbst steigt heute etwa dreimal
pro Jahr zu wichtigen Kämpfen in den Ring.
Jeder Kampf wird mit einem achtwöchigen Trainingsprogramm
intensiv vorbereitet. Ein weltmeisterlicher
Trainingstag sieht sechs Stunden
körperliche Übungen, sieben bis acht Stunden
Nachtruhe und etwa eine Stunde Mittagsschlaf
vor. Darüber hinaus seien eine gesunde Ernährung,
Selbstdisziplin, Arbeitseifer und Zielstrebigkeit
die Grundlage körperlicher Fitness, so
der promovierte Weltmeister.
Wladimir Klitschko begrüßte ausdrücklich,
dass das Haus der Geschichte auch sportliche
Höhepunkte der Bundesrepublik berücksichtigt.
"Die Sportler einer Nation gehören auch zur Geschichte
eines Landes, denn die Gesellschaft ist
nicht nur Politik", sagte der Champion und versprach,
nach Ende der Ausstellung "Prominente
in der Werbung" einige Ausstellungsstücke aus
dem Besitz der Klitschko-Brüder in Bonn zu belassen.
Prominenz in der Werbung verstehen
Klitschko und sein Bruder auch als Einsatz für
soziale Projekte: Organisationen wie Unicef und
Deutsche Krebshilfe brauchen prominente Fürsprecher.
Die beiden boxenden Brüder kümmern
sich u.a. um Kinder, die infolge des Reaktorunfalls
in Tschernobyl 1986 mit gesundheitlichen Schäden aufwachsen müssen.
Werbung ist für sie "nicht nur Nehmen, sondern auch Geben."
Thomas Michael Krause
|