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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig |
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Reality-TV im Zeitgeschichtlichen Forum
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Cartoons von Andreas J. Mueller |
Ob mit Weihnachtsmärchen oder Spielfilmklassikern,
gerade zur Weihnachtszeit steigt der
Fernsehkonsum in den deutschen Haushalten
enorm an. Eine Alternative zum üblichen Fernsehprogramm
präsentierte das Zeitgeschichtliche
Forum mit "SpotAn!". 45 großformatige Cartoons
des 1950 in Leipzig geborenen
Karikaturisten Andreas J. Mueller illustrieren voller
Humor und hintergründigem Witz das Spannungsverhältnis
von Medienwirklichkeit und Alltag.
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Nur noch die Lindnstrasse! |
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Muellers Kritik an dieser Realität trifft punktgenau,
ohne verbissen zu sein. Ob Fußball-WM
mit Ehekrach oder Weihnachtsbescherung in
der Werbepause - das Fernsehen hat nicht erst
mit "Big Brother" einen bedeutsamen Part im direkten
menschlichen Miteinander übernommen.
In Muellers Cartoons empfängt der Hund sein
Herrchen eben mit Fernsehbedienung statt mit
Pantoffeln in der Schnauze, wird Gevatter Tod
bis auf das Ende der Lindenstraße vertröstet -
kurz: das TV-Volk vor und hinter der Kamera
wird ordentlich auf die Schippe genommen. Die
zeichnerische Ausführung der Arbeiten Muellers
ist dabei sorgsam bis ins kleinste Detail - selbst
die Blümchentapete an der Wohnzimmerwand
fehlt nicht. |
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Andreas J. Mueller und Kerstin Langner in der "Kuschelecke" der Ausstellung |
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Die gezeichnete Satire war schon immer bestimmend
für Muellers Schaffen. Seinen Anfängen
als Karikaturist bei der Satirezeitschrift "Eulenspiegel"
und der "Leipziger Volkszeitung" in
den 70er Jahren folgte die Arbeit an der Ausstellungsreihe
"Karikartoon" in der Messestadt.
Nach seiner Flucht in die Bundesrepublik 1988
zeichnete Andreas J. Mueller unter anderem für
die "Süddeutsche Zeitung" und die Zeitschrift
"Esquire". Die gezeigten Arbeiten stammen aus
dem Zyklus "Mattscheibe", der Mitte der 1990er
Jahre für die Zeitschrift "Gong" entstand.
Während des Rundgangs durch die Ausstellung
lud eine gemütliche Fernsehecke mit Sofa
und aktuell laufendem Fernsehprogramm zum
Verweilen ein: Hier konnten die Besucher die gesehenen
Botschaften gleich selbst überprüfen
und wurden zugleich Teil der Inszenierung ganz
im Sinne des Künstlers. Henrike Girmond
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