|
Die Ermittlungen ergeben: Frenzel wurde
zur Spionage erpresst. Unter anderem war
er während seiner Zeit als Mitglied der
Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei
(1922-1934) in zwielichtige
Affären um Rauschgift und
gefälschte Kontobücher verwickelt.
Als 1953 - er stand
kurz davor, in den Bundestag
gewählt zu werden - ein
Mitglied des "Blocks der
Heimatvertriebenen und Entrechteten"
öffentlich seine
Vergangenheit anprangert,
verklagt Frenzel diesen wegen
übler Nachrede und leistet
einen Meineid. Unter
Hinweis auf sein
Vorleben erpresst ihn der tschechoslowakische
Geheimdienst 1956 zur Zusammenarbeit.
Unter dem Decknamen "Anna" liefert er von
nun an Material. Später sagt er vor Gericht
aus: "Ich habe oft daran gedacht, Schluss zu
machen, mich der Polizei zu stellen und den
Schaden wieder gut zu machen ..., aber dann
habe ich doch nie den Mut zu diesem letzten
Schritt gefunden."
Am 28. April 1961 verurteilt der Bundesgerichtshof
Alfred Frenzel zu 15 Jahren Freiheitsentzug
wegen Landesverrats. Die Bundesrepublik
tauscht ihn 1966 aus, zwei Jahre
später stirbt er in der Tschechoslowakei.
Frenzels Frauenstatue wandert nach dem
Prozess als Vergleichsmittel in die Regale
des Bundeskriminalamts nach Meckenheim.
Die nackte Schönheit weist eine Besonderheit
auf: Sie ist ein so genannter gefährlich
gesicherter Container. Bei unsachgemäßer
Öffnung wäre eine Sprengladung explodiert,
die das Geheimmaterial, versteckt im Marmorfuß,
hätte vernichten sollen. Versehentlich
war der Sprengsatz überdimensioniert worden,
ausgelöst hätte er auch einen Menschen
schwer verletzen können. Die ermittelnden
Beamten hatten jedoch Glück. Sie entschärften
den Sprengsatz rechtzeitig.
Katja Augustin
|
 |
 |
Nackte Schönheit - gefährlicher Inhalt |
 |
 |
Frenzels
Container war "gefährlich
gesichert", bei unsachgemäßer
Öffnung wäre eine Sprengladung
explodiert und das Geheimmaterial
vernichtet worden. |
|