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Spionagefilme waren auch
hinter dem Eisernen Vorhang
beliebt. Die DDR-Fernsehserie
"Das unsichtbare
Visier" erinnert teilweise an
James-Bond-Verfilmungen
der 1970er Jahre. Dem
Selbstverständnis des
Ministeriums für Staatssicherheit
(MfS) entsprechend
ist der Held aber kein
imperialistischer Agent,
sondern ein überzeugter
"Kundschafter für den
Frieden".
Protagonist der 13-teiligen Fernsehserie
ist Werner Bredebusch. Sein Auftrag: In
der Bundesrepublik eine Organisation auszuspionieren,
die von den Alliierten gesuchte
Nazigrößen von Europa nach Südamerika
schleust, und von dort aus mehr oder weniger
heimlich am Aufbau einer neuen Wehrmacht
arbeitet. Diese Pläne gilt es zu durchkreuzen.
Die Ergebnisse seiner Nachforschungen
erregen das Interesse
von CIA, konkurrierenden
Rüstungsfirmen
und Lobbyisten. Bredebusch
macht als Achim Detjen Karriere
in der Bundeswehr und
wird mit besonders heiklen
Missionen beauftragt. Bald
sitzt er zwischen allen Stühlen
und gerät in lebensgefährliche
Situationen.
"Das unsichtbare Visier" ist eine der erfolgreichsten
Serien des ostdeutschen Fernsehens und gehört
zu den wichtigsten Fernseharbeiten von Armin Mueller-Stahl
in der DDR. Als MfS-Kundschafter ist er so elegant
und souverän, dass er auch problemlos "James
Bond" verkörpern könnte: Ein Mann mit Charme
und Humor, im Smoking wie in Uniform stets korrekt
gekleidet, in exklusiven Hotels und auf dem Tanzparkett
ebenso selbstsicher wie im Umgang mit Flugzeugen,
Autos und Pferden. Und selbstverständlich auch
ein Gentleman, der bei Frauen gut ankommt. Genauso
ließe sich Sean Connery in seiner Rolle als 007 beschreiben,
doch im Gegensatz zu James Bond sind dem MfS-Mitarbeiter
nicht die attraktiven Gespielinnen gegönnt, mit
denen der britische Kollege die Zeitspanne zwischen
zwei Actionsequenzen überbrückt.
Horst Schäfer
Der Autor hat zusammen
mit Wolfgang Schwarzer
das Buch "Top secret.
Agenten- und Spionagefilme
- Personen, Affären,
Skandale", Berlin 1998
veröffentlicht.
"Das unsichtbare Visier"
Regie: |
Peter Hagen |
Buch: |
Herbert Schauer und Otto Bonhoff |
Produktion: |
Fernsehen der DDR / DEFA-Studio für Spielfilme |
Darsteller: |
Armin Mueller-Stahl, Wilfried Ortmann, Alfred Struwe, Günter Grabbert, Giso Weißbach, Jörg-Detlef Panknin, Jessy Rameik, Maja Dragomanska, Marion van de Kamp u. a. |
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