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"Das unsichtbare Visier"

Spionageserie im DDR-Fernsehen 1973-1979

Spionagefilme waren auch hinter dem Eisernen Vorhang beliebt. Die DDR-Fernsehserie "Das unsichtbare Visier" erinnert teilweise an James-Bond-Verfilmungen der 1970er Jahre. Dem Selbstverständnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) entsprechend ist der Held aber kein imperialistischer Agent, sondern ein überzeugter "Kundschafter für den Frieden".

Protagonist der 13-teiligen Fernsehserie ist Werner Bredebusch. Sein Auftrag: In der Bundesrepublik eine Organisation auszuspionieren, die von den Alliierten gesuchte Nazigrößen von Europa nach Südamerika schleust, und von dort aus mehr oder weniger heimlich am Aufbau einer neuen Wehrmacht arbeitet. Diese Pläne gilt es zu durchkreuzen. Die Ergebnisse seiner Nachforschungen erregen das Interesse von CIA, konkurrierenden Rüstungsfirmen und Lobbyisten. Bredebusch macht als Achim Detjen Karriere in der Bundeswehr und wird mit besonders heiklen Missionen beauftragt. Bald sitzt er zwischen allen Stühlen und gerät in lebensgefährliche Situationen.

"Das unsichtbare Visier" ist eine der erfolgreichsten Serien des ostdeutschen Fernsehens und gehört zu den wichtigsten Fernseharbeiten von Armin Mueller-Stahl in der DDR. Als MfS-Kundschafter ist er so elegant und souverän, dass er auch problemlos "James Bond" verkörpern könnte: Ein Mann mit Charme und Humor, im Smoking wie in Uniform stets korrekt gekleidet, in exklusiven Hotels und auf dem Tanzparkett ebenso selbstsicher wie im Umgang mit Flugzeugen, Autos und Pferden. Und selbstverständlich auch ein Gentleman, der bei Frauen gut ankommt. Genauso ließe sich Sean Connery in seiner Rolle als 007 beschreiben, doch im Gegensatz zu James Bond sind dem MfS-Mitarbeiter nicht die attraktiven Gespielinnen gegönnt, mit denen der britische Kollege die Zeitspanne zwischen zwei Actionsequenzen überbrückt.

Horst Schäfer

Der Autor hat zusammen mit Wolfgang Schwarzer das Buch "Top secret. Agenten- und Spionagefilme - Personen, Affären, Skandale", Berlin 1998 veröffentlicht.

"Das unsichtbare Visier"

Regie:

Peter Hagen

Buch:

Herbert Schauer und Otto Bonhoff

Produktion:   

Fernsehen der DDR / DEFA-Studio für Spielfilme

Darsteller:

Armin Mueller-Stahl, Wilfried Ortmann, Alfred Struwe, Günter Grabbert, Giso Weißbach, Jörg-Detlef Panknin, Jessy Rameik, Maja Dragomanska, Marion van de Kamp u. a.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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