1/2004

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Ausstellungen

 

Ein Erfolg in Ost und West

Wanderausstellung "Widerstand und Opposition in der DDR"

Vor einem Jahr ging die Ausstellung "Widerstand und Opposition in der DDR" auf Wanderschaft. In zehn Städten in zwölf Monaten hatte sie mehr als fünfzigtausend Besucher. Nun ist ihre Reise beendet. Konzipiert wurde sie vom Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, logistisch betreut vom Haus der Geschichte und umgesetzt von den Ausstellungsgestaltern Würth & Winderoll.

Plakat zur Wanderausstellung

Rund 500 Exponate gingen 2003 mit der Wanderausstellung "Widerstand und Opposition in der DDR" auf eine Reise durch die Bundesrepublik. Die Ausstellung wurde vom Gestalterbüro Würth & Winderoll in München entworfen, die bereits für das Haus der Geschichte in Bonn die Dauerausstellung und einige Wechselausstellungen realisierten. Anhand vieler eindrucksvoller Beispiele von Mut und Zivilcourage zeigte die Ausstellung den politischen Widerstand gegen das kommunistische System. Zahlreiche Lebensläufe von Menschen, die in die Mühlen der Staatssicherheit und Justiz gerieten, verdeutlichten die Repressionen des SED-Regimes. "Uns kam es darauf an, die Menschen zu zeigen, die hinter der Geschichte stehen. Deshalb werden die Lebensläufe und Fotos der Oppositionellen in der DDR innerhalb der Ausstellungsszenarien hervorgehoben präsentiert", erklärte Petra Winderoll, die mit ihrem Team ein dreiviertel Jahr die Ausstellung gestaltete.

Schlüsseldaten der Ausstellung waren der 17. Juni 1953 und die friedliche Revolution im Herbst 1989. Wie der 17. Juni das Denken und Handeln der Politiker in Ost und West für lange Zeit bestimmte, verdeutlichte Egon Bahr bei der Eröffnung in Hamburg, indem er ein Politbüro- Mitglied mit den Worten zitierte: "Die Lehre aus dem 17. Juni ist: Wenn der Druck im Kessel steigt, darf man nicht den Deckel hochnehmen. Sonst fliegt er einem um die Ohren." Die Folge war eine repressive Politik nach innen. Und auf der anderen Seite? "Der Westen stand mit geballten Fäusten, aber ohnmächtig an der Sektorengrenze. Unsere Hilfe reduzierte sich im Wesentlichen auf die Erbitterung und auf den berechtigten Protest", so Bahr. Nicht nur 1953, auch die friedliche Revolution von 1989 thematisierte die Ausstellung. Sie erinnerte auch an die Auflehnung vieler Sozialdemokraten gegen die Zwangsvereinigung ihrer Partei mit der KPD zur SED, den frühen Protest der bürgerlichen Parteien, den Widerstand von Schülern und Studenten gegen die Sowjetisierung ihrer Schulen und Universitäten, die Reaktionen auf den Mauerbau, die Solidarität mit dem "Prager Frühling", die Ausbürgerung Wolf Biermanns bis hin zu den Aktionen gegen Wahlfälschungen im Mai 1989.

Welche bestimmende Rolle dieser Widerstand für die gesamtdeutsche Geschichte spielte, verdeutlichte vor einem Jahr Egon Bahr in seiner Rede: "Ohne die Ostdeutschen wäre weder der 17. Juni 53 noch der 9. November 89 zustande gekommen. Der kleinere Teil, der bedrängtere Teil hat für das Ganze Geschichte geschrieben."

Ein Höhepunkt der Reise: Eröffnung der Ausstellung im Berliner Reichstag

Anne Martin

> Interview
mit den Ausstellungsgestaltern Würth & Winderoll

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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