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Brennpunkt |
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Verbindliche Partnerschaft
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Die Gründung der NATO
Aus den Trümmern des Zweiten
Weltkriegs entsteht vor 55
Jahren am 4. April 1949 die
NATO. Erstmals gaben
die Vereinigten Staaten von
Amerika ihr politisches Credo
- "no entangling alliances" -
auf, schworen dem Isolationismus
ab und verknüpften
ihr Schicksal dauerhaft mit
dem Europas.
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Anfang 1948 ergriffen die Westeuropäer
die Chance, die ihnen der Marshall-Plan bietet.
Die massive Wirtschaftshilfe der Vereinigten
Staaten lässt neue Strukturen und Organisationen
entstehen. Dennoch hält der sowjetische
Druck unvermindert an. In Prag bringt ein
Staatsstreich ein weiteres kommunistisches
Regime an die Macht. Als Reaktion schließen
sich Großbritannien, Frankreich und die Benelux-Staaten
im Brüsseler Vertrag, einem auf
50 Jahre geschlossenen Verteidigungsbündnis
zusammen. Eines der Ziele ist, den Amerikanern
den Ernst der Lage und den Willen zur
Selbstverteidigung zu verdeutlichen. Letztlich
wird das Signal von der Administration des
Präsidenten Truman aufgegriffen, allerdings
bleibt der isolationistische Widerstand noch
ungebrochen.
Die Berlin-Blockade im Sommer 1948 bringt
die Wende. Stalin schneidet die lebenswichtigen
Zugangswege zu den drei Westsektoren der
geteilten Hauptstadt ab. Die USA nehmen die
Herausforderung an und entschließen sich zu
einer Luftbrücke in einem bis dahin nie gesehenen
Ausmaß. Die Frage der Sicherheit
Europas und Westdeutschlands rückt in das
Zentrum amerikanischer Überlegungen und
schafft die Bereitschaft, in langwierigen Geheimverhandlungen
eine verbindliche Partnerschaft
- "entangling alliance" - mit den Europäern
zu schließen. Amerika erklärt sich auch
bereit, die europäische Integration und die
deutsche Aufrüstung zur gemeinsamen Verteidigung
gegen die totalitäre Bedrohung aus
dem Osten zu fördern.
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Der Sinnkrise des Bündnisses
nach dem Kalten Krieg, folgte
die Erweiterung nach Osten.
Plakat aus dem Jahr 1955 |
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Am 4. April 1949 unterzeichnen die USA,
Kanada und zehn europäische Staaten in
Washington den NATO-Vertrag. 1955 wird die
Bundesrepublik Deutschland feierlich in das
Bündnis aufgenommen. Die Unterzeichnerstaaten
verpflichten sich, "die Freiheit, das gemeinsame
Erbe und die Kultur ihrer Völker,
die auf den Prinzipien von Demokratie, individueller
Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gründen,
zu schützen". Diese Werte gelten unverändert
weiter. 55 Jahre nach ihrer Gründung
befindet sich die Nordatlantische Allianz mitten
in einem fundamentalen Wandel, der bis
heute andauert und in dem die Weichen für
die Rolle des Bündnisses im 21. Jahrhundert
gestellt werden. Der Blick auf die Geschichte
zeigt, dass die NATO von Beginn an ein empfindliches
Instrument der Friedenssicherung
war, das von Krise zu Krise an Stabilität
gewann, weil es sich fähig erwies, mit inneren
Spannungen und Herausforderungen von
außen fertig zu werden.
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Hans-Joachim Harder
Der Autor
Dr. Hans-Joachim Harder ist
Abteilungsleiter für Historische
Bildung im Militärgeschichtlichen
Forschungsamt in Potsdam. Zuvor war
er für die Forschungen in den
Projekten "Anfänge des Nordatlantischen
Bündnisses" und "Geschichte der
Bundeswehr" verantwortlich.
Im Mai 2004 wird er die Leitung
des Bundesarchiv-Militärarchivs
in Freiburg i. Br. übernehmen.
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