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Schach dem Terror

Neue Exponate aus einer Krisenregion

Von Bosnien bis an den Hindukusch: Die Missionen des Generals von Butler belegen die Ausdehnung der Bundeswehreinsätze in den letzten Jahren. Von seiner Zeit in Kabul brachte er Gastgeschenke und seine Uniform mit, die er dem Haus der Geschichte im Oktober 2003 übergab.

Ein langer Weg zum Frieden: General von Butler
(2. v. r.) auf dem Flughafen von Kabul

Wenn es im Ministerium der Verteidigung schnell gehen muss, ist er der richtige Mann: Nach dem Frieden von Dayton war Carl Hubertus von Butler 1996 Stabschef der deutschen Truppen in Bosnien. Und als die Bundeswehr sich Ende 2001 der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) anschloss, übernahm er das Kommando des deutschen Kontingents in Kabul. Hier war von Butler sechs Monate lang für den Aufbau der 1200 Mann starken Einheit in der weitgehend zerstörten Stadt verantwortlich. Der Kommandeur der Oldenburger Luftlandebrigade 31 galt als ideale Besetzung für die heikle Mission am Hindukusch.

Überschattet wurde von Butlers Zeit in Kabul von einem tragischen Unglück: Eine russische Rakete explodierte, als sie entschärft werden sollte. Drei Dänen und zwei Deutsche starben. Eine Untersuchungskommission stellte Schludrigkeiten der Soldaten und Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften fest.

Dass es ungleich leichter ist, ein Land von einer Diktatur zu befreien, als dort für stabile Verhältnisse zu sorgen, hat von Butler in einem Vortrag im Haus der Geschichte geschildert: "Wenn wir da morgen rausgehen, geht es übermorgen wieder los." Am Ende seines Kommandos haben ihm sein Dolmetscher und der Kabuler Polizeipräsident ein afghanisches Teeservice und ein landestypisches Schachspiel aus Marmor überreicht. Geschenke, die der General nun zusammen mit seiner Einsatzuniform dem Haus der Geschichte übergab. Sie sind Belege für die globale Ausdehnung der Bundeswehreinsätze und die strategische Neuausrichtung der deutschen Außenpolitik in den letzten Jahren.

Geschenk des Kabuler Polizeipräsidenten an General von Butler

Im württembergischen Calw wartet bereits die nächste Aufgabe auf von Butler. Verteidigungsminister Peter Struck hat ihn mit sofortiger Wirkung zum Nachfolger von General Reinhard Günzel ernannt, der im Zusammenhang mit der Antisemitismus-Affäre um den CDU-Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann als Kommandeur der Eliteeinheit Kommando Spezialkräfte (KSK) entlassen worden war. Denn nicht nur wenn es schnell gehen muss, ist von Butler der richtige Mann.

Thomas Speckmann

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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