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 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

 

Ausstellungen

 

Flut der Bilder

Eröffnung von "Bilder und Macht" in Leipzig

Die Bedeutung von Bildern für Politik, Politiker und die öffentliche Meinung ist sehr groß. Im Zeitgeschichtlichen Forum ist nun die Ausstellung "Bilder und Macht im 20. Jahrhundert" zu sehen, die die Entwicklung der visuellen Präsentation von Herrschaft sowohl in Diktaturen als auch in Demokratien beschreibt.



"Die Macht der Bilder - erschreckend und beeindruckend zugleich." So lautet eine von den vielen, zustimmenden Reaktionen der zahlreichen Besucher der Ausstellung "Bilder und Macht im 20. Jahrhundert" im Zeitgeschichtlichen Forum. Nach ihrer erfolgreichen Präsentation im Haus der Geschichte in Bonn ist die Wechselausstellung nun bis 28. März 2005 in Leipzig zu sehen.

Ein Blick hinter die Choreografie des Arbeiter- und Bauernstaats

Hermann Schäfer, Präsident der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik, freute sich anlässlich der Eröffnung im Zeitgeschichtlichen Forum, dass es gelungen sei, Thomas Pfundtner von der "SUPER illu", der auflagenstärksten Illustrierten in den neuen Bundesländern, für den Eröffnungsvortrag zu gewinnen. Ein Mann wie er wisse aus eigener journalistischer Praxis sehr genau, welche Macht Bilder in der heutigen Mediengesellschaft haben. Thomas Pfundtner ging von der "allgemeinen Flut an Bildern" aus, "die von niemandem mehr zu stoppen ist". Dem Drang der Politiker nach medialer Öffentlichkeit, gespeist von "dem knallhart kalkulierten Hintergedanken: ‚Je öfter ich zu sehen bin, umso mächtiger bin oder werde ich’", steht die Begehrlichkeit der Medien nach aktuellen Bildern unmittelbar zur Seite. Bilder und Macht gehören eng zusammen. An der Ausstellung überzeugt den Journalisten und Illustriertenmacher vor allem der "kritische Blick hinter die Kulissen der Macht und ihrer perfekt aufbereiteten Inszenierung". Wichtig sei, dass die Ausstellung "Diktaturen wie Demokratien beleuchtet."

Mit den Ausstellungsverantwortlichen verbindet Pfundtner die Hoffnung, dass die Macht der Bilder in dem Maße "kleiner wird, wie wir sie durchschauen." Dass dies mit der Präsentation auf anschauliche Weise gelungen ist, bestätigen die Reaktionen der Besucher. "Großes Lob", schrieb ein Besucher in das Gästebuch, "Ihnen ist es gelungen, die Zwiespältigkeit zwischen Politik und Wirklichkeit sichtbar zu machen."

Die Wechselausstellung fragt nach der Bedeutung von Politiker-Bildnissen für die öffentliche Meinungsbildung und beschreibt die Entwicklung visueller Präsentationen von Herrschaft in Deutschland von den 1920er Jahren bis in die Gegenwart.

Stalin-Kult: Der rote Zar
Josef W. Dschugaschwili

Rund 500 Exponate machen anschaulich, wie sich Politiker in der Vergangenheit "inszeniert" haben und sich heute öffentlich darstellen. Auch "unerwünschte" Bilder, die in Diktaturen nicht gezeigt werden durften, sind zu sehen. Als Beispiele für den Kampf um Wählerstimmen in der Demokratie dienen Plakate, Flugblätter, Aufkleber, Zeitungen und audiovisuelle Medien.

Bernd Lindner

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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