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Am 5. März 1956 stellte die
amerikanische Firma IBM
in West-Berlin erstmals in
Europa ihren modernsten
Computer vor - den IBM
650. Mit Elektronenröhren,
Lochkarten und einem
Trommelspeicher versehen,
war er die erste kommerziell
in Deutschland eingesetzte
Rechenanlage.
Der Computer kam in der Bundesrepublik
der 1950er Jahre zunächst an den Hochschulen
und wissenschaftlichen Einrichtungen zum
Einsatz. Die Rechner waren vor allem auf die
Verarbeitung von Massendaten ausgelegt. Und
nur wenige Nutzer kannten einen Computer
aus eigener Anschauung. Dieser
war meist in einem gesicherten
Rechenzentrum installiert
und arbeitete im so
genannten Batch-Modus: Der
Anwender gab sein Programm,
damals einen Lochkartenstapel,
ab und erhielt
Stunden oder Tage später seine
Ergebnisse via Lochkarte
zurück. Die Wahrnehmung in
der Bevölkerung und in den
Medien war dadurch zunächst
naturgemäß gering. Computer hatten die Aura
des unnahbaren, rätselhaften Elektronengehirns,
dem ungeahnte Fähigkeiten - etwa eine
Art künstlicher Intelligenz - zugeschrieben
wurden.
Allen voran platzierte zunächst der Weltmarktführer
IBM seine Großrechner in deutschen
Unternehmen und Verwaltungen. Die
IBM profitierte in den Nachkriegsjahren vor allem
durch ihren Vorsprung im Bereich der
Lochkartentechnik.
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Gefräßig und unaufhaltsam:
Fortschritt durch
Rationalisierung
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Magnettrommelrechner IBM 650
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Und so kommt 1955 mit
dem Magnettrommelrechner IBM 650 der erste "echte" programmierbare Computer, zuerst in den USA auf den Markt. Diese Maschine kann als Schrittmacher für die Verbreitung des elektronischen Rechnens überhaupt angesehen werden und bestimmt auch das Bild in der Bundesrepublik bis in die 1960er Jahre.
Die integrierte Datenverarbeitung durchdrang
Zug um Zug die bundesdeutsche Wirtschaft.
In der Industrie begann der Computer
die klassischen Rechnersäle zu ersetzen, in denen - etwa im optischen Gewerbe - bis dahin
Dutzende von "Rechenfräuleins" an mechanischen Rechnern oft bis zu einem Jahr für die
Berechnung einer einzigen Linse arbeiteten.
Der Computer reduzierte solche Arbeitsprozesse
auf wenige Tage.
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Plakat der Deutschen Post-Gewerkschaft
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Im Verwaltungssektor hatte der Computer seinen Durchbruch zunächst in den Finanzverwaltungen. Durch die Automatisierung des Formularwesens wurden Arbeitsprozesse vereinfacht und beschleunigt. Nachdem der Computer als "Rechenknecht" etabliert war, kamen die Datenverarbeiter Anfang der 1960er Jahre auf die Idee, den Computer auch für Zwecke der Textverarbeitung zu nutzen. Diese Technik ermöglichte es, von der rein innerbetrieblichen Abrechnung zur außerbetrieblichen Dokumentenerstellung in Form von Rechnungen, Quittungen, Policen usw. überzugehen. Neue Organisationsformen in Wirtschaft und Verwaltung ergaben sich auch durch die externe Speicherung von Daten wie Adressen und Beständen in Karteien.
Bereits früh kam aber auch die Angst vor
dem Arbeitsplatzverlust durch die zunehmende
Computerisierung auf. Mit Recht: die Hersteller
argumentierten damals ziemlich ungeniert,
dass sich ein Rechner bereits innerhalb
des ersten Jahres durch Einsparung eines ganzen
Mitarbeiters amortisiere. Und die Lebensdauer
eines Computers betrug damals mindestens
drei Jahre.
Norbert Ryska
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