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Pavel Kohout trat für einen „Sozialismus mit
menschlichem Antlitz“ ein. Dabei forderte er
neben wirtschaftlichen Reformen auch die Garantie
der Bürgerrechte, die Aufhebung der
Zensur und eine Demokratisierung der Gesellschaft.
Nach dem Ende des „Prager Frühlings“
1968 wurden etliche Künstler und Intellektuelle
verhaftet. Kohout erhielt Publikationsverbot.
Ein knappes Jahrzehnt später unter- zeichnete
er die „Charta 77“, die gesetzlich garantierte
Menschen- rechte für die Tschechoslowakei forderte.
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Aufnahme von Sylvia-Marita
Plath vom 21.8.1968 (M.)
aus ihrem Fotoalbum (u.)
und Pavel Kohout (o.) bei
der Durchsicht der Fotos
im Zeitgeschichtlichen Forum
Leipzig
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mm Welche Erinnerungen werden in Ihnen
bei der Durchsicht des Fotoalbums wach?
Kohout
Erinnerungen an einen Traum, der so gut wie
nie in Erfüllung gehen konnte, doch des Versuches
samt aller Folgen wert war.
mm Schien Ihnen nach 1968 ein „Sozialismus
mit menschlichem Antlitz“ noch realisierbar?
Kohout
Er war in einem totalitären Regime auch damals
kaum realisierbar, hat jedoch zumindest
den Kampf um die Vermenschlichung des
Kapitalismus in der Demokratie angeregt.
mm Welche Rolle spielte der „Prager Frühling“
im Hinblick auf den Fall des „eisernen
Vorhangs“ zwei Jahrzehnte später?
Kohout
Die des Tropfens, der den Stein nicht durch die
Kraft, sondern durch stetes Tropfen höhlt.
Interview: Hans Walter Hütter
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