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„Um mit Frauenaugen
schreiben zu können, muss
man Frauenaugen haben“,
sagt Alice Schwarzer. Seit
30 Jahren versteht sich ihre
Zeitschrift als Sprachrohr
der Frauen und stößt dabei
auf viel Kritik, auch aus der
Frauenbewegung.
Als am 26. Januar 1977 die erste Ausgabe
des Frauenmagazins Emma erschien, unkten
viele Kritiker, die Zeitschrift würde wohl nach
einer zweiten Ausgabe eingestellt. Elke Heidenreich
beispielsweise schrieb: „Emma ist in dieser
Präsentation nicht über Schülerzeitungsniveau
hinaus- gekommen.“ Die Geschichte strafte
die Kritiker Lügen: 275 Ausgaben sind seither
erschienen.
Mit der Entscheidung zur Gründung einer
Zeitschrift von Frauen für Frauen erfüllte sich
Alice Schwarzer 1977 einen lang gehegten
Traum und verknüpfte so ihren Beruf als Journalistin
mit ihren politischen Überzeugungen.
Als Startkapital standen ihr 350.000 D-Mark
zur Verfügung. Anfangs wurden 300.000 Stück
verkauft, heute sind es noch etwa 60.000
Hefte bei 120.000 Leserinnen
und Lesern – die Blüte der
Frauenbewegung ist vorüber.
Die durchschnittliche Emma-
Leserin ist dabei zwischen 25
und 40 Jahre alt, überdurchschnittlich
gebildet und berufstätig.
Besonders beliebt ist sie
bei Frauen mit pädagogischen
Berufen. Bis heute ist sie europaweit
das einzige Frauenmagazin,
das ausschließlich
von Frauen geschrieben
wird.
Von Anfang an hat Emma
nicht nur Tabus gebrochen,
sondern auch Politik
gemacht. So machte sie 1977
erstmals auf die Klitorisverstümmelung
junger Mädchen
in Afrika aufmerksam. Und
schon seit 1978 gibt es in der Emma Diskussionen und Kampagnen gegen
den fundamentalistischen Islam. Seit 2003
versucht die Zeitschrift, in der „Kopftuchdebatte“
eine politische Entscheidung zugunsten
der Selbstbestimmtheit islamischer Frauen
herbeizuführen.
Und wie kamen Sie auf den Namen, Frau
Schwarzer? „Der war irgendwann mal aufgetaucht
und gefiel uns. Nicht nur wegen der
Anspielung auf die Em(m)anzipation, sondern
auch, weil er das selbstironische Gegenteil
vom platt Erwarteten war: Wie würde sie
wohl heißen, diese Zeitschrift der jetzt vollends
größenwahnsinnigen Schwarzer? Nora? Die
Rächerin? Die Amazone? Nein. Emma. Ganz
einfach Emma.“
Meike Rosenplänter
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Titel der ersten Ausgabe
der Zeitschrift Emma,
deren Startauflage von
300.000 Exemplaren innerhalb
weniger Tage vergriffen war
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Emma-Herausgeberin
Alice Schwarzer, 1989
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So sah der Karikaturist
Volker Ernstig 1991
die Feministin Schwarzer.
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