Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

Übersicht  
Titel  
Ausstellungen  
Infothek  
Ausgewählt  
Brennpunkt     
 In die Jahre gekommen
 "Absolute Sicherheit gibt
 es nur im Himmel "
 Europa hat Geburtstag
 Von Frauen für Frauen
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig  
Berlin        
Karikatur                       
Editorial                      
Termine 1/2007                
Impressum 1/2007                
Archiv                                        
 aktuelle Ausgabe                  

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

Archiv

Brennpunkt

 

Von Frauen für Frauen

Die Zeitschrift Emma wird 30

„Um mit Frauenaugen schreiben zu können, muss man Frauenaugen haben“, sagt Alice Schwarzer. Seit 30 Jahren versteht sich ihre Zeitschrift als Sprachrohr der Frauen und stößt dabei auf viel Kritik, auch aus der Frauenbewegung.

Als am 26. Januar 1977 die erste Ausgabe des Frauenmagazins Emma erschien, unkten viele Kritiker, die Zeitschrift würde wohl nach einer zweiten Ausgabe eingestellt. Elke Heidenreich beispielsweise schrieb: „Emma ist in dieser Präsentation nicht über Schülerzeitungsniveau hinaus- gekommen.“ Die Geschichte strafte die Kritiker Lügen: 275 Ausgaben sind seither erschienen.

Mit der Entscheidung zur Gründung einer Zeitschrift von Frauen für Frauen erfüllte sich Alice Schwarzer 1977 einen lang gehegten Traum und verknüpfte so ihren Beruf als Journalistin mit ihren politischen Überzeugungen. Als Startkapital standen ihr 350.000 D-Mark zur Verfügung. Anfangs wurden 300.000 Stück verkauft, heute sind es noch etwa 60.000 Hefte bei 120.000 Leserinnen und Lesern – die Blüte der Frauenbewegung ist vorüber. Die durchschnittliche Emma- Leserin ist dabei zwischen 25 und 40 Jahre alt, überdurchschnittlich gebildet und berufstätig. Besonders beliebt ist sie bei Frauen mit pädagogischen Berufen. Bis heute ist sie europaweit das einzige Frauenmagazin, das ausschließlich von Frauen geschrieben wird.

Von Anfang an hat Emma nicht nur Tabus gebrochen, sondern auch Politik gemacht. So machte sie 1977 erstmals auf die Klitorisverstümmelung junger Mädchen in Afrika aufmerksam. Und schon seit 1978 gibt es in der Emma Diskussionen und Kampagnen gegen den fundamentalistischen Islam. Seit 2003 versucht die Zeitschrift, in der „Kopftuchdebatte“ eine politische Entscheidung zugunsten der Selbstbestimmtheit islamischer Frauen herbeizuführen.

Und wie kamen Sie auf den Namen, Frau Schwarzer? „Der war irgendwann mal aufgetaucht und gefiel uns. Nicht nur wegen der Anspielung auf die Em(m)anzipation, sondern auch, weil er das selbstironische Gegenteil vom platt Erwarteten war: Wie würde sie wohl heißen, diese Zeitschrift der jetzt vollends größenwahnsinnigen Schwarzer? Nora? Die Rächerin? Die Amazone? Nein. Emma. Ganz einfach Emma.“

Meike Rosenplänter

Titel der ersten Ausgabe der Zeitschrift Emma, deren Startauflage von 300.000 Exemplaren innerhalb weniger Tage vergriffen war

 

Emma-Herausgeberin Alice Schwarzer, 1989

 

So sah der Karikaturist Volker Ernstig 1991 die Feministin Schwarzer.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang