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Johann Wolfgang von Goethe hat uns eine bedeutungsvolle Bemerkung von Napoleon I.
überliefert: „Die Politik ist das Schicksal“, habe der französische Kaiser 1808
geäußert. 200 Jahre später ließe sich ein anderer Satz dagegenhalten: Nicht die
Politik, sondern Europa ist das Schicksal. In der alltäglichen Erfahrung der
Europäer findet eine solche Wahrnehmung immer wieder Bestätigung. In bisher
ungeahntem Ausmaß bestimmen heute internationale Beziehungen, politische
Wechselwirkungen und wirtschaftliche Verflechtungen unseren Alltag. Gerade
deswegen besteht die aktuelle Herausforderung darin, Europa nicht nur passiv
hinzunehmen, sondern vielmehr aktiv an seiner Gestaltung mitzuwirken.
Diese Gestaltungsfähigkeit ist auch auf das Bewusstsein einer gemeinsamen
Geschichte und Identität angewiesen. Dazu können Geschichtsmuseen als lebendige
und authentische Institutionen in besonderer Weise beitragen. Aus diesem Grund
setzt sich der Präsident des Europäischen Parlaments, Prof. Dr. Hans-Gert
Pöttering MdEP, für ein zukunftsweisendes Projekt ein - den Aufbau eines „Hauses
der Europäischen Geschichte“. Die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik
Deutschland ist an den Vorbereitungen beteiligt.
Nationale Geschichtsmuseen sollten in ihren Darstellungen die europäische
Perspektive berücksichtigen. Diesen Weg geht das Haus der Geschichte bereits
seit seiner Eröffnung 1994 mit großem Erfolg.
So tragen zum Beispiel grenzüberschreitende Ausstellungen und Veranstaltungen
der Tatsache Rechnung, dass die bundesdeutsche Zeitgeschichte zugleich ein Teil
der europäischen Historie ist.
Der Blick auf die Besuchszahlen des Jahres 2007 bestätigt erneut dieses Konzept:
Rund 850.000 Ausstellungsbesuche zählten wir im Haus der Geschichte in Bonn,
173.000 waren es in unserem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig.
Diese ausgesprochen positive Resonanz ist uns für das Jahr 2008 Bestätigung und
Ansporn zugleich. Auf Ihren Besuch freuen wir uns!

Prof. Dr. Hans Walter Hütter Präsident
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