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Satirische Starporträts

Erweiterung der Karikaturensammlung

Sebastian Krüger gilt als einer der wichtigsten Porträtkarikaturisten. Seine „Opfer“ findet er unter den Prominenten aus Politik, Gesellschaft und Kultur. Einen Teil seiner respektlos-amüsanten Bilder hat er jetzt dem Haus der Geschichte überlassen.

Als einer der bekanntesten Karikaturisten Europas mit weltweiter Reputation beschloss Sebastian Krüger 2003, keine Auftragsarbeiten der Presse mehr anzunehmen. Er verwirklichte sich damit einen Traum und arbeitet fortan ausschließlich als freier Maler. Jetzt trennt er sich von seinen politischen Bildern und überlässt dem Haus der Geschichte ein Konvolut seiner Farbkarikaturen.

Krüger, 1963 in Hameln geboren, gelang schon in jungen Jahren mit seinen satirischen Illustrationen und Porträts von Stars aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der internationale Durchbruch. Besonders großes Aufsehen erregten seine 1990 veröffentlichten Bilder der Rolling Stones. „Krüger has a genius for capturing the essence of his subjects through caricature“, urteilte die „Times“ über Krüger. Seine bizzaren Porträts veranschaulichen die Bedeutung der medialen Selbstdarstellung von Politikern für die politische Kommunikation. So porträtiert Krüger beispielsweise Bundeskanzler Gerhard Schröder als Napoleon, der einem Programm mit dem Titel „Ich“ verpflichtet ist. Krüger bringt die Ansicht, dass in der Politik Personen entscheidender als Inhalte sind, auch in einem Porträt von Guido Westerwelle zum Ausdruck: der FDP-Parteivorsitzende wirbt mit seinem ganzen Körper wie ein feuriger Liebhaber um die Gunst des Publikums.

Der Rückzug Sebastian Krügers aus der Welt der politischen Karikatur ist ein Verlust für die Medienwelt, aber gleichzeitig auch ein Gewinn für das Haus der Geschichte. Krügers Konvolut ergänzt die Karikaturensammlung um ein weiteres Highlight.

Ulrich Op de Hipt

Sebastian Krüger nimmt den Wahlkampf 2002 aufs Korn: Bundeskanzler Gerhard Schröder und Herausforderer Edmund Stoiber mit Pappkameraden.

 

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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