2/2002

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Ein Wiedersehn bei der Laterne

Eine Zeitzeugin bei "Lili Marleen"

Ihre Erinnerungen an Lili Marleen sind sehr persönliche: Als kleines Mädchen saß sie bei Hans Leip, dem Schöpfer dieses Lieds, auf dem Schoß, wenn er Gast in ihrem Elternhaus war, erzählt Ingeborg Hecht-Studniczka, Jahrgang 1921. Mit den Nürnberger Rassengesetzen von 1935 beginnt für die Familie Hecht ein zehnjähriger Leidensweg. Als Kind eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter wird Ingeborg Hecht über Nacht zum "Mischling ersten Grades". Eine Kette endloser Schrecken folgt: Entrechtung, soziale Ausgrenzung, Finanznot. Ein seltener Lichtblick im Grauen des Alltags ist ein Auftritt von Lale Andersen in der Hamburger Kleinkunstbühne "Bronzekeller". Lili Marleen - aus dem Radio bekannt, fasziniert die Zeitzeugin, weil es kein Kriegslied ist und "weil mein Vater der Anwalt von Hans Leip war". Die Zeit hinterlässt so nachhaltige Spuren, dass Ingeborg Hecht 30 Jahre nach Kriegsende nicht in der Lage ist, ihre Wohnung zu verlassen. Erst das Schreiben von Büchern befreit sie aus dieser "Gefangenschaft" und gibt ihr die Kraft, sich ihren Erinnerungen zu stellen - den schönen und den schrecklichen. Dazu gehörte ihr Wiedersehen mit Lili Marleen.

Informationen zur Ausstellung unter:
www.hdg.de/Final/deu/page2791.htm

Ingeborg Hecht mit einer Freundin und dem Projektleiter Christian Peters in der Ausstellung

Ingeborg Hecht mit einer Freundin und dem Projektleiter Christian Peters in der Ausstellung

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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