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Ihre Erinnerungen an Lili Marleen sind sehr
persönliche: Als kleines Mädchen saß sie bei
Hans Leip, dem Schöpfer dieses Lieds, auf dem
Schoß, wenn er Gast in ihrem Elternhaus war,
erzählt Ingeborg Hecht-Studniczka, Jahrgang
1921.
Mit den Nürnberger Rassengesetzen von
1935 beginnt für die Familie Hecht ein zehnjähriger
Leidensweg. Als Kind eines jüdischen Vaters
und einer nichtjüdischen Mutter wird Ingeborg
Hecht über Nacht zum "Mischling ersten Grades".
Eine Kette endloser Schrecken folgt: Entrechtung,
soziale Ausgrenzung, Finanznot. Ein
seltener Lichtblick im Grauen des Alltags ist ein
Auftritt von Lale Andersen in der Hamburger
Kleinkunstbühne "Bronzekeller". Lili Marleen -
aus dem Radio bekannt, fasziniert die Zeitzeugin,
weil es kein Kriegslied ist und "weil mein Vater
der Anwalt von Hans Leip war". Die Zeit hinterlässt so nachhaltige Spuren, dass Ingeborg
Hecht 30 Jahre nach Kriegsende nicht in
der Lage ist, ihre Wohnung zu verlassen. Erst
das Schreiben von Büchern befreit sie aus dieser
"Gefangenschaft" und gibt ihr die Kraft, sich
ihren Erinnerungen zu stellen - den schönen
und den schrecklichen. Dazu gehörte ihr
Wiedersehen mit Lili Marleen.
Informationen zur Ausstellung unter:
www.hdg.de/Final/deu/page2791.htm
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Ingeborg Hecht mit einer Freundin und dem Projektleiter Christian Peters in der Ausstellung |
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