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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig |
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Quo vadis, Europa?
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Kontroversen um Europas Zukunft |
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Das Leipziger Europaforum
diskutiert zweimal jährlich
Chancen und Risiken der
Osterweiterung der Europäischen Union. Den Anstoß
dazu gab das Polnische Institut
in Leipzig. Inzwischen
beteiligen sich ein gutes
Dutzend Leipziger und
Sächsische Institutionen, darunter
das Zeitgeschichtliche
Forum sowie der Mitteldeutsche Rundfunk und die
Leipziger Volkszeitung.
Unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister
Wolfgang Tiefensee finden die Podiumsdiskussionen
zu kontroversen
Themen des Vereinigungsprozesses
mit anderen europäischen
Partnern sowie mit Politikern, Wissenschaftlern,
Journalisten und Künstlern im Forum statt.
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Auf dem Weg zur Diskussionsrunde des Europaforums - Besucherandrang vor dem Zeitgeschichtlichen Forum |
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Den Anfang machten am 20. November
2001 der ehemalige Außenminister der Republik
Polen, Wladyslaw Bartoszewski, der im überfüllten
Saal des Zeitgeschichtlichen Forums mit
dem CDU-Politiker Wolfgang Schäuble über die
Finanzierung der Osterweiterung der Europäischen
Union stritt. Deutlich wurden dabei die
Ängste über die finanzielle Belastung der bisherigen
Mitglieder der Gemeinschaft, aber auch die
Sorge der Polen vor einer gemeinsamen Zukunft
mit wirtschaftlich allzu starken Partnern.
Beim Folgetreffen am 23. März 2002, das
von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung unterstützt
wurde, diskutierten anlässlich
der Buchmesse Außenminister
Joschka Fischer,
Botschafter Jirí Grua aus
Prag, der Pariser Philosoph
André Glucksmann, der Direktor
des Berliner Aspen-Instituts
Jeffrey Gedmin und der polnische
Publizist Marcin Król mit
Wolfgang Kenntemich vom
Mitteldeutschen Rundfunk über das "Neue Europa
als 'kulturelle Einbahnstraße'". Einig waren
sich die Diskussionsteilnehmer darüber, dass
die Osterweiterung der Europäischen Union das
Ende eines gespaltenen Europas im 20. Jahrhundert
bedeutet. Die Einheit Europas sei nicht
als kulturelle Homogenität, sondern nur als Vielfalt
denkbar, die wesentliche Impulse von der
Peripherie erhält.
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Das erweiterte Europa sollte
als Chance begriffen werden, kulturelle Identität
neu zu definieren und zu erweitern. Dies setzt
allerdings voraus, dass West- und Osteuropäer
Vorurteile abbauen und sich mit der jeweiligen
Geschichte und Kultur des anderen auseinandersetzen.
Große Übereinstimmung herrschte
auf dem Podium auch darüber, dass Europa
bei allen noch zu erwartenden Schwierigkeiten
dann ein Erfolg werden wird, wenn es auf den
Menschenrechten als Gründungsideal beruht,
Nationalismus überwindet, die russische Kultur
einbezieht und gleichzeitig die Bindung an die
USA nicht verloren gehen lässt.
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Anlässlich der diesjährigen Buchmesse diskutierten Politiker, Journalisten und Philosophen um die kulturelle Ausrichtung Europas. |
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Das Leipziger Europaforum will auch in den
kommenden Jahren die drängenden Probleme
und Fragen der Osterweiterung der EU kritisch
hinterfragen. Einmal mehr erweist sich der Leipziger
Standort der Stiftung Haus der Geschichte
der Bundesrepublik Deutschland fruchtbar als
Forum für einen kontroversen öffentlichen Diskurs.
Rainer Eckert
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