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mm Was war für Sie an
den Persönlichkeiten Konrad
Adenauer und David Ben Gurion
besonders attraktiv? Waren
beide sich in bestimmter
Hinsicht ähnlich?
Hansen Sie ähnelten sich
nicht zuletzt in der Verbindung
von unbeirrbarer Grundsatztreue und politischem
Pragmatismus, von
Moral und Staatsräson.
mm Welche Bedeutung messen
Sie Adenauer und Ben
Gurion für das Zustandekommen
des Luxemburger
Abkommens bei?
Hansen Sie spielten eine entscheidende
Rolle. Ohne Ben
Gurion wäre es - angesichts
des Widerstands der israelischen
Bevölkerung - so
frühzeitig kaum zu Verhandlungen
gekommen, und ohne
die finanzielle Risikobereitschaft
Adenauers hätten sie
nicht so erfolgreich abgeschlossen
werden können.
Der Kanzler hat die Vertragsratifizierung
dann gegen massive
arabische Einschüchterungsversuche
unbeugsam durchgesetzt.
mm Welche besonderen Hindernisse
und Probleme gab
es, dass erst 1965 diplomatische
Beziehungen zwischen Deutschland und Israel aufgenommen wurden?
Hansen Auf deutscher Seite
hätte man gerne bereits anlässlich des Vertragsabschlusses
1952 / 53 Botschafter ausgetauscht,
doch war das für
die Israelis noch zu früh.
Als diese 1956 die Formalisierung wünschten, schien
Bonn unter
den arabischen Drohungen,
dann Ost-Berlin anzuerkennen,
das Risiko im Lichte
des Alleinvertretungsanspruchs
für Gesamtdeutschland
zu groß.
mm In welchen Bereichen
hatten sich bereits Kontakte
zwischen der Bundesrepublik
Deutschland und dem Staat
Israel entwickelt, bevor die
diplomatischen Beziehungen
aufgenommen wurden?
Hansen Hier sind vorrangig die Rüstungszusammenarbeit
und die Einräumung zinsgünstiger deutscher Kredite zu nennen.
mm Was hat Sie zu Ihrer Zeit
als Botschafter in Israel am
nachhaltigsten beeindruckt?
Hansen Neben vielem
anderen, dass sich Deutsche
und Israelis in manchem so
ähnlich sind, etwa in Unternehmungsgeist,
Strebsamkeit,
Beharrlichkeit und
Tüchtigkeit.
Interview:
Barbara Langer
Niels Hansen
"Aus dem Schatten der
Katastrophe. Die deutsch-israelischen Beziehungen in
der Ära Konrad Adenauer
und David Ben Gurion"
Mit einem Geleitwort
von Shimon Peres
Droste Verlag 2002, 891 S.,
49,80 €
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