Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

 Übersicht                                 
 Titel                                            
 Ausstellungen                        
 Partnermuseen                     
 Infothek                                    
 Brennpunkt                                
 Das Zweite geht auf
 Sendung
 Ein steiniger Weg
 "Früher Brückenschlag"
 Was bleibt, sind Fragen
 Zeitgeschichtliches
 Forum Leipzig                         
 Das Historische Rezept        
 Editorial 2/2003                       
 Termine 2/2003                      
 Impressum 2/2003                
 Kontakt                
 Archiv                                        
 aktuelle Ausgabe                  

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

Archiv

Brennpunkt

 

Das Zweite geht auf Sendung

40 Jahre Zweites Deutsches Fernsehen

Das Urteil war gefällt, der Staatsvertrag unterzeichnet, der Intendant gewählt. Am 1. April 1963 war es soweit: Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) ging das erste Mal auf Sendung.

Vorausgegangen war ein langer Streit zwischen der Regierung Adenauer und den Vertretern der Bundesländer, den im Februar 1961 schließlich das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) entschied: Die Länder hatten gegen die Gründung der Deutschland-Fernseh-GmbH protestiert, die die Bundesregierung als Privatunternehmen ins Leben gerufen hatte. Das Gericht hielt die Sorge der Länder vor bundesstaatlicher Kontrolle für berechtigt. Die Gründung des Privatunternehmens wurde für rechtswidrig erklärt und die Kompetenzverteilung im Rundfunk eindeutig festgelegt: die Sendetechnik fällt in den Kompetenzbereich des Bundes, Organisations- und Programmfragen sind Ländersache. Dieses Urteil bildete die Grundlage für den Staatsvertrag über die Gründung des ZDF. Bereits 1950 hatten sich die Landesrundfunkanstalten zur ARD zusammengeschlossen. Das ZDF wollte sich von diesem föderal strukturierten Sender abgrenzen, indem es ein bundesweit einheitliches, zentral organisiertes Programm anbot.

Seit das ZDF 1967 von der Funkausstellung in Berlin das erste Farbfernsehprogramm ausstrahlte, hat sich viel getan. Heute ist der Sender, der 3.600 feste Mitarbeiter beschäftigt, aus der deutschen Medienlandschaft nicht mehr wegzudenken. ARD und ZDF entwickelten eine intensive Zusammenarbeit. Gemeinsam starteten sie 1980 die ersten Videotext-Feldversuche, strahlen seit 1981 ein bundesweites Vormittagsprogramm aus und tragen seit 1997 die Programme Kinderkanal und Phoenix.

Auch auf internationaler Ebene kooperiert das ZDF mit anderen Sendern: 1984 schlossen ZDF, Österreichischer Rundfunk und Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft einen Vertrag über ein gemeinsames Satellitenprogramm, das seitdem von Mainz aus als 3sat ausgestrahlt wird. 1992 nahm der deutsch-französische Kulturkanal ARTE den Sendebetrieb auf. Die internationale Ausrichtung zeigt sich auch in den 18 Auslandsstudios, die neben dem Sendezentrum Mainz, dem Hauptstadtstudio und den anderen 16 Inlandstudios nach und nach aufgebaut wurden.

"Gu'n Aaamd!": Mit dem Sendestart erblickten auch sechs Mainzelmännchen das Licht der Fernsehwelt. Bis heute wurden 40.000 Filme mit ihnen gedreht.

Das aktuelle Logo und sein Vorgänger

Peter Frankenfelds populäre Sendereihe "Vergißmeinnicht" wurde ab 1964 im ZDF ausgestrahlt.

Doch das ZDF musste auch Rückschläge einstecken, besonders als 1984 private Rundfunkanbieter auf den Markt drängten. Sie beendeten die Monopolsstellung der öffentlich-rechtlichen Sender und stellten vorübergehend deren Finanzierung in Frage: Vielen schien die Gebührenpflicht nicht berechtigt und die alten Sender überflüssig. Das BVerfG entschied jedoch, dass die öffentlich-rechtlichen Sender nötig seien, um eine neutrale Grundversorgung der Zuschauer zu sichern. Das Gesetz schreibt einen Funktionsauftrag für die öffentlich-rechtlichen Sender vor mit einer ausgewogenen Mischung aus Informations-, Bildungs- und Unterhaltungsprogramm.

Die Konkurrenz unter den Sendern wurde härter, Einschaltquoten zu einem immer wichtigeren Kriterium der Programmgestaltung. Pay-TV und neue Medien stellten weitere Herausforderungen dar. Auch die jüngste Intendantenwahl verlief nicht ohne Probleme. Nach mehreren erfolglosen Wahlgängen forderten verärgerte Beteiligte eine Änderung des Wahlverfahrens. Der Einfluss der Politik auf die Wahl wurde als zu groß bemängelt. Zum Nachfolger von Dieter Stolte, der 20 Jahre Intendant des Senders war, wurde schließlich der ZDF-Programmdirektor Markus Schächter gewählt. Er vertritt nun einen der bedeutendsten deutschen Fernsehsender - mit immerhin 40-jähriger Geschichte.

Livia Loosen

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang