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"Wir wollen freie Menschen sein" - mit
dieser Parole protestierten am 17. Juni 1953
Hunderttausende in der DDR gegen das SED-Regime.
Die Unzufriedenheit über die Folgen
des "planmäßigen Aufbaus des Sozialismus"
trieb sie auf die Straße. Panzer rollten, sowjetische
Truppen trieben unterstützt von Einheiten der Volkspolizei
die Menschenmengen
auseinander. Der Aufstand scheiterte - und damit
der Versuch weiter Teile der ostdeutschen
Bevölkerung, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und
die deutsche Einheit durchzusetzen.
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Bei der Eröffnung:
(v.l.n.r.) Stiftungspräsident
Hermann Schäfer,
Kultursenatorin Dana
Horáková, Egon Bahr und der
Vorstandsvorsitzende der Axel
Springer Verlag AG Mathias
Döpfner |
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"Wir sind das Volk" - hieß es 36 Jahre
später im Herbst 1989 überall in der DDR, als
wieder Hunderttausende - beflügelt von Glasnost
und Perestroika in der Sowjetunion - für
die demokratische Erneuerung ihres Landes
eintraten. Die SED-Führung - diesmal ohne
den Rückhalt Moskaus - hat der Bewegung
nichts entgegenzusetzen. Das Regime bricht
zusammen, der schon 1953 ersehnte, damals
aber von sowjetischen Panzern blockierte Weg
zur deutschen Einheit ist endlich frei.
1953 und 1989 sind die Schlüsseldaten in
der Geschichte von Widerstand und Opposition
in der DDR. Unsere Wanderausstellung
zu diesem Thema - aus Anlass des 50. Jahrestages
des 17. Juni konzipiert - wurde am
31. Januar 2003 in der Axel-Springer-Passage
in Hamburg eröffnet und zeigt im Laufe des
Jahres in insgesamt zehn Städten viele eindrucksvolle
Beispiele von Mut und Zivilcourage
gegen die SED-Diktatur. Sie erinnert an
die Auflehnung vieler Sozialdemokraten gegen die Zwangsvereinigung ihrer Partei mit
der KPD zur SED, an den frühen Protest in
den bürgerlichen Parteien gegen die Vereinnahmung
durch die SED wie an die Empörung
von Schülern und Studenten über die Sowjetisierung
ihrer Schulen und Universitäten. "Widerstand
und Opposition in der DDR" bietet
den Besuchern Einsicht in einen weitgehend
vergessenen Teil ostdeutscher Geschichte,
Ton- und Filmdokumente ermöglichen vertiefende
Informationen.
Widerstand und Opposition sind in allen
Diktaturen mit dem Leben von Menschen verbunden,
die sich gegen die staatliche Allmacht
auflehnen. Es ist stets eine geringe Minderheit,
die das Risiko auf sich nimmt, nicht nur
das eigene Leben, sondern auch das von Verwandten
und Freunden zu gefährden. Wenn
es uns gelingt, dass Besucher sich selbst an
der einen oder anderen Stelle danach fragen,
wie sie in der dargestellten Situation gehandelt
hätten, dann haben wir viel zur Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit in der Gegenwart
beigetragen - in Verantwortung für
die Zukunft.
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