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Fundgrube für Mauerspringer

Bibliothek zur Geschichte der DDR


Fast 200.000 Bücher und über drei Millionen Presseartikel beherbergt die Bibliothek.

Erste Adresse für DDR-Forschung: Adenauerallee 8 in Bonn. Dort findet sich eine Bibliothek mit unzähligen Dokumenten, Zeitungen und Büchern zur Geschichte der DDR - eine ausgiebige Fundgrube für jeden Historiker weltweit.

Das neu gestaltete Schaufenster der Bibliothek zur Geschichte der DDR zeigt auf einem Monitor die harte Realität der innerdeutschen Grenze neben Büchern, in denen deutsche Autoren ihr Leben mit der Mauer aufarbeiten. Christa Wolf beschäftigt sich als erste DDR-Autorin in ihrem Roman "Der geteilte Himmel" (1963) mit den Menschen, die durch den Mauerbau im August 1961 in Berlin getrennt werden. Biermanns Lyrikband "Ein Wintermärchen" (1972) thematisiert sein persönliches Leiden am geteilten Deutschland.

Das neue Schaufenster der Bibliothek

Das neue Schaufenster der Bibliothek

Der im Westen lebende Peter Schneider setzt in seiner Erzählung "Der Mauerspringer" (1982) Menschen, welche die Mauer, mental wie real überwinden wollten, ein bleibendes Denkmal. Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze blickt Thomas Brussig in seinen Erinnerungen "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" (1999) noch einmal auf seine Jugendjahre im Schatten der Mauer zurück.

Unzählige Forschungsprojekte und eine umfangreiche Erinnerungsliteratur bemühen sich seit 1990 um die Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Neben den Neuerscheinungen zu diesen Themen bietet die Bibliothek eine einmalige Sammlung des seit 1945 über die SBZ / DDR erschienenen Schrifttums aus dem Westen sowie aus der DDR. Schwerpunkte sind Publikationen aus den Bereichen Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Recht, Gesellschaft, Kultur und Ideologie. Einen weiteren beachtlichen Fundus bilden die Literatur über Kunst und die Biografien über Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in der DDR.

Eine besondere Fundgrube für Forschungen über das politische Klima während des Kalten Krieges sind die Propagandamaterialien, die teils in der Bundesrepublik, teils in der DDR verboten waren.

Dem Besucher stehen derzeit 180.000 Bände, darunter 2.000 Zeitschriften- und 380 Zeitungstitel zur Verfügung. Für die Zeit von 1953 bis 1977 kann der Interessierte auf ein nach Schlagwörtern gegliedertes Presseausschnittarchiv mit 3,5 Millionen Artikeln aus Zeitungen und anderen Periodika aus der DDR und der Bundesrepublik zugreifen. Eine Doktorandin aus den USA schrieb: "Die Bibliothek zur Geschichte der DDR werde ich als in ihrer Art einzigartige Forschungseinrichtung meinen Studenten und Kollegen für ihre Projekte empfehlen."

Über die Mauer:
"Die Mauer im Kopf einzureißen wird länger dauern, als irgendein Abrissunternehmen für die sichtbare Mauer braucht."
(P. Schneider "Der Mauerspringer", 1982, S. 117)

Anschrift / Kontakt:
Haus der Geschichte
Museumsmeile
Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 9165-378,
Fax: (02 28) 9165-301

Seit 2006 neuer Standort und Öffnungszeiten:
Museumsmeile
Rheinweg 6
(Rückseite des Hauses der Geschichte)
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 9:00-17:00 Uhr
E-Mail: ddr-bibl@hdg.de

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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