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Bananenkrieg, Irakkrise,
Klimaschutz, Stahlimporte,
Internationaler
Strafgerichtshof - das sind
nur einige Streitpunkte, die
das Verhältnis zwischen Europa
und den USA im letzten
Jahr belasteten. Mit der Erweiterung
der Europäischen
Union und deren Verhältnis
zu den USA beschäftigte sich
das dritte Leipziger Europaforum.
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Quo vadis Europa? Fletcher Burton, Adam Krzeminski, Jacques Toubon und Kurt Biedenkopf
(v. l. n. r.) auf der Suche nach Antworten. |
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"Man wüsste vorher immer gerne wie es
aussieht, wenn es fertig ist." So machte Kurt
Biedenkopf die weit verbreitete Unsicherheit
deutlich, die mit der Osterweiterung der
Europäischen Union verbunden ist. Wird sich
durch die Erweiterung das Verhältnis zu den
USA ändern? Unter dieser Fragestellung fand
in Leipzig zum dritten Mal das Europaforum
statt. Neben dem ehemaligen sächsischen
Ministerpräsidenten Biedenkopf waren der
Journalist Adam Krzeminski aus Polen, der
amerikanische Generalkonsul Fletcher Burton
und Jacques Toubon, der ehemalige
französische Minister für Kultur und
Frankophonie, zur Diskussion eingeladen.
Während der zweistündigen Diskussion kamen
immer wieder die aktuellen Spannungen
zwischen den USA und Deutschland zur Sprache.
Biedenkopf meinte hierzu, dass es sich
nicht nur um persönliche Verstimmungen
handle. Es ginge vielmehr seit dem Untergang
der Sowjetunion um die Entstehung einer
neuen Weltordnung. Dieser lange Prozess sei
durch die terroristische Bedrohung erschüttert
worden. Dass die Reaktion darauf in verschiedenen
souveränen Staaten unterschiedlich
ausfällt, sei nicht verwunderlich. Burton
hob das Verbindende zwischen Amerika und
Europa hervor, das er in den gemeinsamen
Werten ausmachte. In ihnen sieht er eine
bleibende Grundlage für gute Zusammenarbeit.
Biedenkopf ergänzte, dass der "fruchtbare
Wettbewerb" zwischen Europa und den USA
die Stärke der westlichen Welt ausmache. Die
Führungsrolle der USA in der westlichen Welt
hält Adam Krzeminski für unumstritten. "Es
ist eine schreckliche Wahl zwischen den USA
und Europa für Polen" sagte er, und bedauerte
die aktuellen Konflikte. Er machte außerdem
deutlich, dass sich Polen und die anderen neuen
EU-Partner keine Weiterentwicklung jenseits
der EU vorstellen können.
Jacques Toubon stellte den Aspekt einer
Wertegemeinschaft heraus. Er hält auch im
neu organisierten Europa den Erhalt kultureller
Werte für besonders wichtig. Nicht nur
innerhalb des erweiterten Europas komme diesen
große Bedeutung zu, sondern auch "Amerika
braucht Werte, die Europa verkörpert".
Am Ende der Diskussion war man sich einig,
dass Europa und die USA aufeinander angewiesen
sind und daran auch die Osterweiterung
der EU nichts ändern werde.
Livia Loosen
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