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Rund 3.000 "Fälle" löste er
in den letzten 50 Jahren
und brachte dabei zahlreiche
Drogenbosse, Psychopathen
und korrupte Politiker zur
Strecke. Seine "Einsatzberichte"
umfassen mittlerweile
850 Millionen Exemplare,
die in 19 Sprachen
übersetzt wurden. Zu Jerry
Cottons "Dienstjubiläum"
präsentierte die
Verlagsgruppe Lübbe im
Haus der Geschichte die
Gastausstellung "Mythen für
Millionen".
"Der Kampf geht immer weiter. Das Verbrechen
ruht nicht ..." So endet einer der jüngsten
Romane der weltweit erfolgreichen Krimiserie "Jerry Cotton". In der ersten Ausgabe
1954 zog es einen jungen Mann ins Sündenbabel
New York, wo er sich zunächst als Türsteher
durchschlug, dann aber schnell beim
FBI Karriere machte. Mit seinem roten Jaguar
E-Type und einer Smith & Wesson ging Jerry
Cotton - laut Vorankündigung des Bastei-Verlags im Jahr 1954 - mit "den Kräften eines
Löwen, dem Herz eines Kindes und dem Verstand
eines vernünftigen Mannes" auf Verbrecherjagd.
Als damals der Verleger Gustav Lübbe
das Manuskript auf den Tisch bekam, war
er überzeugt, dass "auch das einfache Publikum
gute und saubere Dinge" lesen will. Und
der Cotton-Erfinder, Delfried Kaufmann, wollte
"deutsche Träume von Amerika bedienen,
nach dem Motto: Egal, wo du herkommst, du
kannst es schaffen und ein feiner Kerl sein."
Die Serie fiel in den 1950er Jahren auf fruchtbaren
Boden. Pro Woche gingen damals rund
170.000 Exemplare über den Ladentisch, heute
werden immerhin noch 40.000 wöchentlich
verkauft. Und bei manchem Leser verschob
sich dabei der Wirklichkeitsbezug. So musste
der langjährige FBI-Chef Hoover immer wieder
deutschen Serien-Fans mitteilen, dass es
sich bei Jerry Cotton um einen fiktiven Spezial-Agenten handle. |
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Rot und blitzschnell bei der Verbrecherjagd - Cottons Jaguar E-Type im Foyer
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Erste Heftausgabe von 1954 |
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Heute hat dieser Agent bereits viele Wandlungen
hinter sich. Über 180 Autoren ließen
marktstrategische Erwägungen und Leserwünsche
bei der Entwicklung ihrer Figur einfließen.
So war Cotton Abenteurer, Dämonenjäger
oder betroffener Sozialarbeiter und
kämpfte gegen Rassismus, Atomschmuggel
oder Kinderpornografie. Auch aktuelle politische
Ereignisse wurden immer wieder verarbeitet
wie die Titel "Sexskandal im Weißen
Haus" oder "Unser Job in Bagdad" schon ankündigen.
Neben dem Agenten zeigte die Gastausstellung des Lübbe-Verlags noch andere populäre
Romanfiguren wie den Geisterjäger John
Sinclair und Dr. Stefan Frank. Zwei Wochen
lang vermittelten sechs Ausstellungsbereiche
die Fantasiewelten der Romane. Die nachgebaute
Skyline von New York, das Sprechzimmer
von Dr. Frank aus der gleichnamigen
RTL-Arztserie und vor allem ein roter Jaguar
E-Type sorgten dafür, dass das Thema "Populärkultur"
unterhaltsam präsentiert wurde.
Das hochrangig besetzte, gut besuchte Symposion
am 28. April 2004 mit dem Titel "Die
schwere Kunst der leichten Unterhaltung"
setzte sich mit den Funktionen von Populär-
und Trivialkultur auseinander. Dabei wurden
der Stellenwert des "Groschenromans" in der
Wissenschaft diskutiert und die triviale Gattung
in der publizistischen Kritik und in der
Kunst vorgestellt.
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