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Wie lang sind zehn Jahre? Im Ausblick ist
das Ziel fern, im Rückblick verging diese Dekade
für uns wie im Flug. Ich kann mich noch
sehr genau an die Eröffnung am 14. Juni 1994
erinnern: Nervöse Erwartung und emotionale
Erregung neben intellektueller Anspannung
und physischer Erschöpfung - all das nicht nur,
weil der Bundeskanzler kam, sondern auch
wegen der Reaktionen der Öffentlichkeit.
Wobei - soviel wussten wir vorab - zwischen
veröffentlichter Meinung und der Besucherresonanz
auf die Dauerausstellung zu differenzieren
sein würde.
Selbst unsere kühnsten Erwartungen wurden übertroffen. Die Besuchszahlen haben Rekorde gebrochen; unsere Arbeit wurde mit
Dutzenden von Preisen ausgezeichnet.
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Bundespräsident Johannes Rau, Festredner anlässlich des 10. Jahrestages der Eröffnung, und Hermann Schäfer |
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Wie war dieser Erfolg möglich? An erster
Stelle nenne ich die Zusammenarbeit innerhalb
der Stiftung. Der Erfolg in Bonn und in
unserem Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig
wäre unmöglich gewesen, wenn die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Stiftung "Dienst
nach Vorschrift" geleistet hätten. Im Gegenteil.
Größtes Engagement, hohe Sachkompetenz
und immer neue Kreativität in allen Arbeitsbereichen
kennzeichnen unsere Arbeit. Über
die Jahre berührt es mich immer wieder, wenn
Kolleginnen und Kollegen in den verschiedensten
Bereichen - von den Aufsichten über Besucherbegleiter, Shop, Restaurant, Werkstätten,
Technik, Bibliotheken, Verwaltung,
Wissenschaftler - in die erste Person Plural fallen,
wenn sie über das Haus der Geschichte
sprechen. Dieses "Wir-Gefühl" hat uns zu dem gemacht, was wir heute sind.
Mit Dankbarkeit wie mit Freude denke ich
auch an die vertrauensvolle Zusammenarbeit
mit den Stiftungsgremien - Kuratorium, Wissenschaftlicher
Beirat, Arbeitskreis gesellschaftlicher
Gruppen. Die Diskussionen waren immer
von Offenheit und Ehrlichkeit geprägt.
Allen Mitgliedern ging es stets um den bestmöglichen
Kurs und um höchstmögliche Qualität.
Rückhalt in den Gremien und gewachsenes
Selbstvertrauen innerhalb der Stiftung haben
dazu geführt, dass wir ein Museum sind, das
nicht davor zurückschreckt, auch heikle, zuweilen
höchst umstrittene Themen aufzugreifen.
Dass Europa für uns ein wichtiges Thema
sein würde, war uns bereits lange vor der Eröffnung
klar. Dass die Stiftung auf europäischer
Ebene jedoch auf so viel Interesse und Beachtung
stoßen würde, war 1994 noch nicht abzusehen.
Die internationale Zusammenarbeit
ist heute sogar ein wichtiger Garant für den
fortgesetzten Erfolg der Stiftung.
Zusammenhalt, vertrauensvolle Kooperation
und internationale Ausrichtung - diese
drei Faktoren machen die Stiftung nicht nur
für mich zu weit mehr als einem Arbeitsplatz.
Dafür, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
der Stiftung in Bonn und Leipzig dieses
Gefühl der Identifikation teilen, danke ich persönlich
sehr! |