2/2004

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 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

 

10 Jahre Perspektiven

 

Geschichte ist ausstellbar

Exponate im Mittelpunkt

Der Aufschwung der Museen in den ersten Jahrzehnten nach 1945 ist bereits erstaunlich, aber mehr noch die sich bald ausbildende Nachfrage in der Bevölkerung nach besucherfreundlichen Einrichtungen. Natürlich bestand nach 1945 ein großer Bedarf, die von den Nationalsozialisten verfolgte und verächtlich gemachte Kunst des 20. Jahrhunderts wieder angemessen zu präsentieren, woraus folgte, dass viele neue Museen für die Kunst des 20. Jahrhunderts neu entstanden.

Vor diesem Hintergrund hatten es die kulturgeschichtlichen Museen eine Zeit lang schwer. Dies änderte sich schlagartig in den 1960er und 1970er Jahren. Konträre Modelle, vehement diskutiert, waren damals das Frankfurter Historische Museum und das Römisch-Germanische Museum in Köln. Fachwelt und Publikum lernten: Geschichte ist ausstellbar, wenn die Exponate in den Mittelpunkt rücken. Bemerkenswert war, dass dabei das Kölner Modell den weitaus größeren Erfolg hatte als das vornehmlich auf zum Teil provokanten Texttafeln basierende Frankfurter Modell, das Gegenstände zu Vasallen der Texte degradierte.

Hugo Borger

Der Autor war lange Jahre Generaldirektor der Museen der Stadt Köln und ist stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Haus der Geschichte.

Auch das Haus der Geschichte der Bundesrepublik gehört in diese Entwicklung. Erstaunlich ist, dass eine gewissermaßen aus dem Stand aufgebaute facettenreiche Sammlung zur deutschen Geschichte nach 1945 aufgrund der hier gezeigten Gegenstände zu einem spannenden Panorama jüngster deutscher Geschichte komponiert werden konnte. Wissenschaftliche Grundlagenarbeit ist in diesem erfolgreichen Modell überzeugend mit Wort- und Bildkommentaren zusammengebunden. Dieses Prinzip gilt auch für die nicht minder erfolgreichen Wechselausstellungen, die selbst davor nicht zurückschreckten, heikle Prozesse der neueren Geschichte zu Themen überzeugender Darbietungen zu machen.

Auf der Flucht gerettet:
Letztes Hab und Gut

Seit einem Jahrzehnt "stürmen" die Menschen buchstäblich das Haus der Geschichte in Bonn. Dauer- und Wechselausstellungen ziehen gleichermaßen das Interesse eines breiten Publikums auf sich. Warum? Weil in diesem Museum intelligent und anschaulich auf lebendige Weise deutsche Geschichte gegenwärtig ist.

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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