Neue Dimensionen der Darstellung |
Nichts ist so gegenwärtig wie Bilder von Ereignissen, die wir aus Wochenschauen,
Filmberichten im Fernsehen oder aus der Tagespresse kennen.
Nichts ist so eindrücklich wie der Originalton einer "historischen Rede" einer
Persönlichkeit, die uns mitnimmt in "ihre" Zeit, uns die Spannung, die Begeisterung
oder die Trauer und das Entsetzen fühlen lässt, das den Anlass der
Rede bestimmt oder begleitet hat.
Dass Medienberichte und -dokumente aller Art zunächst Gegenstand der
historischen Forschung sind, bevor sie ins Museum kommen, versteht sich
von selbst. Insbesondere das Haus der Geschichte hat stets darauf geachtet,
methodenkritisch mit Medien umzugehen. Kein zeitgeschichtliches Museum
kann auf diese Dokumente verzichten und sollte sich auch nicht scheuen,
ihre Nebenwirkungen, beispielsweise das Auslösen von Emotionen und das
Anregen von Kommunikation zwischen den Besuchern, als Chance zu einer
lebendigen Darstellung von Vermittlung von Geschichte zu begreifen. |
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Bernhard Graf
Der Autor leitet das Institut
für Museumskunde
in Berlin und ist
Honorarprofessor an der
Freien Universität Berlin. |
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Ein Foto
oder ein Filmbericht zeigt die Wirklichkeit durch das Auge des Fotografen
oder Kameramanns und enthält Spuren der redaktionellen Bearbeitung. Mit
der Wechsel- und Wanderausstellung "Bilder, die lügen", hat das Haus der
Geschichte dieses Phänomen selbst sehr erfolgreich thematisiert.
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Medien in Museumsausstellungen sind
keineswegs Konkurrenten des Originals,
sie sind vielmehr selbst Objekte ihrer Zeit.
Sie werden Ausstellungsstücke in Vitrinen
neben Originalen und Texten, sie sind ausschnittsweise
in Hörstationen zu finden, sie
werden Teil eines modernen Multimedia-Elements in der Dauerausstellung oder
Bestandteil des modernen Multimedia-Angebots des Hauses der Geschichte auf
seiner Homepage. Dabei erhalten sie eine
neue dauerhafte Öffentlichkeit und eine
erweiterte Kontextualisierung. AV-Medien
werden in beiden Häusern wie auch in den
Wechselausstellungen der Stiftung - als
Träger von Quellen der Zeitgeschichte wie
auch in bildlichem Kontext gezeigt - zu
wesentlichen Kommunikationsträgern der
besucherorientierten Ausstellungen. |
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Plenarsaal des
Deutschen Bundestags
in der Dauerausstellung |
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