Objektmanagement im Haus der Geschichte |
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Über 350.000 Objekte und
mehr als 13.000 Leihgaben
wurden seit Gründung
des Museums vom Objektmanagement
zwischen
Los Angeles und Workuta
bewegt. Darunter Objekte,
die auf besondere Reise gingen
und deren Ankunft nicht
immer problemlos war. |
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1 285 Gramm vom Mond
"Indispensible" - "unersetzlich" lautet der Eintrag im Leihvertrag
der NASA. Mit einem unscheinbaren Sicherheitskoffer
kehrt Registrar Volker Thiel im Februar 1995 von einer Reise
aus den USA zurück. Den Koffer lässt er während der gesamten
Zeit nicht aus den Augen. Selbst Sicherheits- und Zollbeamte
können ihn nicht dazu bringen, ihn zu öffnen. Der Inhalt: ein
kleines Stück vom Erdtrabanten - Symbol für den Wettlauf
zwischen den beiden Supermächten im All.
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2 Adenauer-Mercedes
Nach intensiver Recherchearbeit und langwierigen Verhandlungen
landet am 4. März 1989 eine Transall der Bundeswehr
auf dem Flughafen Köln/Bonn. Die Odyssee eines Dienstwagens
geht zu Ende. An Bord kehrt ein schwarzer Mercedes
300 aus den USA nach Deutschland zurück. Zahlreiche Medienvertreter
und Hans Walter Hütter, der damals zuständige
Wissenschaftliche Mitarbeiter, nehmen den ersten Dienstwagen
von Bundeskanzler Konrad Adenauer in Empfang.
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3 Salonwagen
64 Tonnen auf 23 Meter Gesamtlänge schweben am 5.
Oktober 1990 am Haken zweier großer Autokräne der Schwertransportfirma
Viktor Baumann. Der Salonwagen 10205 begleitete
Konrad Adenauer nach Moskau. Die Bundeskanzler von
Adenauer bis Brandt nutzten diesen Wagen. Seinen vorerst letzten
Standort erreicht er im Haus der Geschichte.
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4 Rosinenbomber
Auf einem spanischen Speditionslastwagen trifft im
September 1992 ein Teil eines Flugzeuges Typ DC-3/C-47 -
während der Berlin-Blockade auch als "Rosinenbomber" bekannt
- in Bonn ein. Buchstäblich in letzter Minute bewahrt
Registrar Wolfgang Kreutzer die 1943 in Dienst der anglo-amerikanischen
Luftflotte gestellte Maschine vor einem traurigen
Ende als Übungsobjekt der Flughafenfeuerwehr in Barcelona.
Heute ist ein Teil ihres Rumpfes in der Dauerausstellung ein
eindrucksvolles Zeugnis der Berlin-Krise und der größten zivilen
Luftbrücke in der Geschichte der Luftfahrt.
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5 Symbol der Freiheit und Teilung
Besonderes Equipment erfordern drei sogenannte "Selbststeher",
Teile der Berliner Mauer, die mit Hilfe von Panzerrollen,
Hydraulikhebern, Panzerplatten und einem Portalkran 1993 in
die entstehende Dauerausstellung eingebracht werden. Das
Symbol für die überwundene deutsche Teilung wurde zum "Verkaufsschlager",
dessen Vermarktung die DDR-Außenhandelsfirma
LIMEX organisierte.
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6 Konferenzmöbel
Im Februar 1992 überbringen Vertreter des Ministerpräsidenten
der Republik Karatschajewo-Tscherkessien und der
Protokollchef der Gorbatschow-Stiftung in Moskau "4 chairs,
made of wood and 1 table, made of wood". Diese kulturhistorisch
unverfängliche Bezeichnung sollte eventuelle russische
Zollhürden überwinden helfen, handelte es sich doch um die
"Konferenzmöbel", auf denen im Juli 1990 Bundeskanzler
Helmut Kohl, Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Präsident
Michail Gorbatschow in dessen kaukasischer Heimat
über die deutsche Wiedervereinigung verhandelten.
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7 Friedensglocke
Als die "Friedensglocke" aus Frankfurt/Oder vor dem
Museumseingang am Haken eines Krans hängt, wird rasches
Handeln erforderlich. Der Klöppel der Glocke muss erst demontiert
werden, um die drei Tonnen schwere Fracht durch
das Foyer transportieren zu können. Auf Spezialluftkissen der
Kunstspedition Schenker Deutschland AG Düsseldorf lässt sich
die Glocke mit leichter Hand an ihren vorgesehenen Ausstellungsplatz
in der Wechselausstellung "Annäherung - Polen und
Deutsche 1945-1995" schieben.
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8 2.500 km für ein "lügendes Bild"
1965 muss Wladimir Serow sein Gemälde von 1955 "Lenin
spricht 1917 vor dem Russischen Rätekongress" überarbeiten
- die politischen Machtverhältnisse hatten sich geändert. 1998
wird es erstmals im Ausland in der Ausstellung "Bilder, die
lügen" gezeigt. Das drei mal vier Meter große Bild muss ausgerahmt
und die Leinwand auf eine Trommel gerollt werden,
um es sicher von Moskau nach Bonn zu transportieren.
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9 Ausstellung auf Reisen
Der Siegerpokal der Fußballweltmeisterschaft 1974 und die
Urkunde über die Eheschließung von Prinzessin Beatrix und
Claus Amsberg 1966 waren zwei herausragende Exponate, die
2001 mit 700 weiteren für die Ausstellung "Deutschland
- Niederlande. Heiter bis wolkig" zum Rijksmuseum transportiert
wurden. Das Amsterdamer Museum übernahm die
Wechselausstellung vom Haus der Geschichte.
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10 Prometheus und Leni
Prometheus, 3,6 Meter groß und in Bronze gegossen,
verlässt seinen Ausstellungsort in Bitburg liegend in einer
Transportkiste der Kunstspedition Hasenkamp. Im Haus der
Geschichte wird die Plastik mit Hilfe eines sechs Meter hohen
Portalkrans aufgerichtet und auf einen Sockel am Eingang der
Wechselausstellung "Leni Riefenstahl" gestellt.
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Wolfgang Kreutzer/Volker Thiel |
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