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Archiv |
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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig |
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Das verschwundene Sudetenland
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Vergangenheit und Gegenwart einer Landschaft |
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Historische und aktuelle
Aufnahmen aus dem
deutsch-tschechischen
Grenzgebiet zeigen die
Veränderungen: Ganze
Dörfer sind verschwunden,
Landstriche verödet. Die
Fotoausstellung "Zmizelé
Sudety. Das verschwundene
Sudetenland" greift ein
kaum diskutiertes Thema
auf: Welche Folgen hatte die
Vertreibung der Sudetendeutschen
in einer Region,
deren Gesicht sie über
Jahrhunderte prägten?
Auf großes Interesse stieß in Leipzig die
Fotoschau. In dreieinhalb Wochen kamen insgesamt
mehr als 6.500 Besucher und machten
sie damit zur bislang erfolgreichsten im Zeitgeschichtlichen
Forum. Die Ausstellung der Initiative
"Antikomplex" aus Prag stellt historische
und aktuelle Aufnahmen aus dem deutsch-tschechischen
Grenzgebiet gegenüber. Die Veränderungen
springen ins Auge: Ins Nirgendwohin
führende Wege, einzelne zerfallende
Häuser, wo vorher ganze Dörfer standen,
brachliegendes Land, das früher bearbeitet
wurde.
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Das ehemalige Orphus (tschechisch: Mezilesí) im Erzgebirge in den 1930er Jahren und ... |
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... 70 Jahre später |
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"Wir haben einen nicht wieder gut zu machenden
Verlust erlitten. Die Tschechen sind
durch die Vertreibung ihrer deutschen Mitbürger
ärmer geworden." Mit diesen Worten
führte der frühere tschechische Botschafter in
Bonn und Berlin, Frantisek Cerný, am 3. März
im Zeitgeschichtlichen Forum in die Ausstellung
ein. Seine Ausführungen widerlegten die
in Deutschland weit verbreitete Überzeugung,
unsere tschechischen Nachbarn seien grundsätzlich
nicht bereit, sich mit den dunklen Seiten
der eigenen Vergangenheit auseinander zu
setzen.
Beeindruckend auch das Engagement der
Initiatoren der Ausstellung: Die Gruppe wird
von Prager Studenten getragen, die alle aus der
deutsch-tschechischen Grenzregion stammen
und mit den Problemen der verlassenen Landschaft
vertraut sind. Der Name "Antikomplex"
steht für ihre Überzeugung, dass es Zeichen eines
Minderwertigkeitsgefühls ist, nicht zu den
eigenen Fehlern stehen zu können. Die Initiative
will der tschechischen Gesellschaft den
moralischen Spiegel vorhalten und um mehr
Selbstbewusstsein werben. Gleichzeitig soll die
Auseinandersetzung mit der jüngsten Geschichte
zur Reflexion darüber anregen, was
in Zukunft mit den weitgehend verlassenen
und verwüsteten Regionen in der Mitte Europas
geschehen soll.
Leipzig war nach München und Dresden
der dritte deutsche Standort. Seit einem Jahr
wandert "Zmizelé Sudety" unter der Schirmherrschaft
des Senatspräsidenten des Parlaments
der Tschechischen Republik, Petr Pithart,
durch unser Nachbarland, gefördert u. a. vom
Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, dem
Albert-Stifter-Verein, der Ackermann-Gemeinde
und der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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Anne Martin |
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