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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig |
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Bücherfrühling
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Neuerscheinungen in der Diskussion |
Jedes Jahr im März
präsentiert sich Leipzig als
eine Metropole der Buchproduktion,
der Buchkunst
und des Lesens. Für das
Zeitgeschichtliche Forum
ein willkommener Anlass,
in Kooperation mit Messe,
Verlagen und anderen
Einrichtungen ein attraktives
Programm zu historischen
Themen und aktuellen
Fragen anzubieten.
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 Diskussionsrunde
über die Literaturzeitschrift
"Sinn und Form"
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Das Spektrum der Themen erstreckte sich
vom Bericht einer Polin über ihren Widerstand
gegen den Nationalsozialismus in Warschau,
über Erinnerungen an das Leben in der Tschechoslowakei
nach der Niederschlagung des
Prager Frühlings 1968 bis zur abenteuerlichen
Flucht eines deutschen Juden aus dem nationalsozialistischen
Deutschland. Mitreißend begannen
die Diskussionen mit einem von Bernd
Hilder, Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung,
moderierten Streitgespräch zwischen der
Literaturwissenschaftlerin Sigrid Löffler und
dem Kultursoziologen Wolfgang Engler über
einen von vielen befürchteten Niedergang der
deutschen Kulturnation. Letztlich blieben die Meinungen geteilt - österreichischer Optimismus
sah die Zukunft Ostdeutschlands durch
den Tourismus gesichert, ostdeutsche Skepsis
befürchtete kulturelles Ausbluten durch rasanten
Bevölkerungsverlust. |
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Viel Publikum zog die Lesung mit Vera
Bohle an, der einzigen deutschen Minenräumerin.
Sie schilderte überzeugend ihren Versuch,
den Menschen in ehemaligen Kriegsgebieten
ein sicheres Leben zu ermöglichen.
Marianne Birthler, Mathias Braun und Fritz J.
Raddatz ließen die Erinnerung an die ostdeutsche
Literaturzeitschrift "Sinn und Form"
aufleben, die zum einen Aushängeschild der
SED-Kulturpolitik war, auf das auch die Staatssicherheit
Einfluss nahm, zum anderen aber
lange Zeit gesamtdeutsche Kulturdiskurse auf
hohem Niveau ermöglichte.
Leidenschaftlich gestritten wurde über
Hannes Heers Buch "Vom Verschwinden der
Täter - Der Vernichtungskrieg fand statt, aber
keiner war dabei", über die beiden Fassungen
der Wehrmachtsaustellung und eine mögliche
Änderung der deutschen Sicht auf das "Dritte
Reich". Als Fazit bleibt: Mit jähen Wenden in
der Interpretation der ersten deutschen Diktatur
ist nicht zu rechnen.
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Im Rahmen der Buchmesse fand ebenfalls
das 6. Leipziger Europaforum statt, das vom
Zeitgeschichtlichen Forum mit organisiert
wurde. Dabei setzten sich Etienne François,
Eberhard Jäckel und Witold Kulesza vom
Warschauer Institut für Nationales Gedächtnis
damit auseinander, ob Europa für eine gemeinsame
Erinnerungskultur reif sei.
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Rainer Eckert
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Kooperationspartner:
Aufbau-Verlag, Krüger
Verlag, Bertelsmann Verlag,
Suhrkamp Verlag sowie
Deutschlandfunk, Friedrich-Ebert-Stiftung, Heinrich-Böll-
Stiftung, Deutsches Polen-
Institut in Darmstadt, die
Behörde der Bundesbeauftragten
für die Unterlagen
des Staatssicherheitsdienstes
der ehemaligen
DDR und Leipziger Kultureinrichtungen.
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