2/2004

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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig

 

"Charta 77" als Vorreiter für Europa

Eröffnung der Ausstellung "Nähe und Ferne"

Die Ausstellung "Nähe und Ferne" zeigt die wechselvolle Geschichte zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken. Es gab immer wieder tief greifende Brüche, aber auch Annäherungen und große Nähe zwischen den drei Nachbarländern. Bei ihrer Eröffnung betonten Staatministerin Dr. Christina Weiss und ihr tschechischer Kollege Pavel Dostál den notwendigen Dialog zwischen den drei Ländern.


Pavel Dostál, Christina Weiss und Rainer Eckert beim Ausstellungsrundgang

Mehr als 300 Gäste waren anwesend, als die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Dr. Christina Weiss, und ihr tschechischer Amtskollege, Kulturminister Pavel Dostál, die Wechselausstellung "Nähe und Ferne" im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig am 17. März eröffneten.

"Die Ausstellung weitet den Blick, indem sie die dramatischen Ereignisse der Jahre 1938 bis 1948 ... in ihren Kontext stellt", hob die Staatsministerin in ihrer Eröffnungsrede hervor. Sie erinnerte daran, dass die tschechoslowakische Opposition um Václav Havel und die "Charta 77" schon 1985 in ihrem "Prager Appell" das Recht der Deutschen auf freie Selbstbestimmung und die Überwindung der Teilung Deutschlands als Voraussetzung einer europäischen Einigung anerkannte. Bewegungen wie die "Charta 77" hätten dazu beigetragen, dass 1989 die Berliner Mauer fiel. Leipzig sei der richtige Ort, daran zu erinnern. Den glücklichen Eröffnungszeitpunkt der Ausstellung - nur wenige Wochen bevor sein Land in die Europäische Union aufgenommen wird - betonte Pavel Dostál. Der tschechische Generalkonsul in Dresden, Milan Dufek, unterstrich die große Bedeutung des Austauschs über die Grenzen hinweg und sagte: "Es ist gut, dass wir einen Dialog über die Beziehungen zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken führen."

Kornelia Lobmeier

Die Ausstellung "Nähe und Ferne. Deutsche, Tschechen und Slowaken" ist im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig noch bis 10. Oktober zu sehen, anschließend im Haus der Geschichte in Bonn und voraussichtlich in Prag.

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