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Doch trotz dieser Zustimmung bleiben die
folgenden Wochen spannungsreich. Denn Anfang
Juli 1990 findet in Moskau der XXVIII.
Parteitag der KPdSU statt. Ein Forum, auf dem über das Schicksal Gorbatschows entschieden
wird. Zugleich erhalten er und sein Außenminister
Eduard Schewardnadse flankierende
Unterstützung von der NATO: Auf einer Gipfelkonferenz
in London verabschieden deren Mitgliedstaaten
eine Erklärung, in der ein grundlegender
Wandel der Allianz angekündigt wird - alte Feindbilder bröckeln.
Außenminister Schewardnadse bemerkt
später, dass diese Erklärung seine Politik "gerettet" habe. Am 10. Juli 1990 wird Gorbatschow
mit klarer Mehrheit in seinem Amt bestätigt.
Und unmittelbar nach seiner Wiederwahl
lädt er Bundeskanzler Kohl nach Moskau
und anschließend in seinen Heimatort Stawropol
im Kaukasus ein.
"Ich habe diese Einladung in seine Heimat
als eine ganz besondere Geste verstanden" erinnert sich Kohl. "Unsere Gespräche waren
von größter Offenheit und ... von persönlicher
Sympathie geprägt. Mit dazu beigetragen hat
das Umfeld, das wir vorgefunden haben, die
herzlichen Begegnungen mit den Menschen in
Stawropol oder mit jenen Bauern auf einem
Getreidefeld, die wir nach einer Zwischenlandung
mit dem Hubschrauber aufgesucht
haben. Aber das Besondere und die Bedeutung
unseres Zusammentreffens liegt in den Ergebnissen." Gorbatschow unterstreicht erneut,
dass die Sowjetunion mit der Vollmitgliedschaft
des vereinten Deutschlands in der NATO einverstanden
ist. Damit ist der Weg zur deutschen
Einheit frei.
Martin Ludwig Hofmann
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