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Editorial

Zwischen Gitarrenriff und Dreivierteltakt

Neue Ausstellungen

"Warum läßt du mich nicht singen im Arbeiter- und Bauernstaat?" fragt der Rockmusiker Udo Lindenberg 1983 in seinem Lied "Sonderzug nach Pankow" den Staatsratsvorsitzenden der DDR Erich Honecker. Nicht nur in der Bundesrepublik, auch jenseits der Mauer ist der "Panikpräsident" ungemein populär. Sein Markenzeichen - die Verbindung von Rockmusik und politischem Engagement - steht im Mittelpunkt unserer Foyerausstellung "Keine Panik. Udo Lindenbergs bunte Republik", die wir am 29. April im Haus der Geschichte eröffnen. Wir zeigen den "Mythos Udo", das künstlerische Multitalent, bekannt nicht nur durch seine Musik, sondern auch durch seine Bilder.

Stiftungspräsident Hermann Schäfer und Projektleiterin Andrea Mork laden zum Besuch der Wechselausstellung "Verfreundete Nachbarn. Deutschland- Österreich"

Standen am Anfang rasch skizzierte Figuren auf Autogrammkarten, die "Udogramme", so blicken wir heute auf ein umfangreiches Werk an "Likörellen", Zeichnungen in den schillernden Farben bunter Spirituosen. Immer ist Lindenberg provozierender Politisierer und couragierter Künstler gegen Krieg, Umweltzerstörung und rechte Gewalt. Auch historische Wurzeln seiner politischen Überzeugung scheinen durch. Mit seiner Interpretation des Hanns Eisler-Liedes "Und es sind die finstern Zeiten" erinnert er 1988 an Komponisten und Schriftsteller, die vor dem nationalsozialistischen Terror fliehen mussten.

Diese "finstern Zeiten" zwischen 1933 und 1945 sind auch präsent in der Ausstellung "Verfreundete Nachbarn. "Deutschland-Österreich", die wir im Mai in unserer Reihe "Deutschland und seine Nachbarn" im Haus der Geschichte eröffnen. Das Jahr des "Anschlusses" 1938 ist ein Dreh- und Angelpunkt für das Verständnis der deutsch-österreichischen Beziehungen. Österreichs Streben nach Eigenstaatlichkeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und seine demonstrative kulturelle Abgrenzung von Deutschland auch mit Hilfe der Traditionen der k.u.k. Monarchie, des österreichischen Sprachbewusstseins und der Neutralität sind weitere Themen der Ausstellung. Während der Blick von Österreich immer auf das große Land im Nordwesten gerichtet ist, fallen den Deutschen wenig mehr als Vorurteile und Klischees zu Österreich ein, obwohl das Land zu ihren beliebtesten Reisezielen gehört. Trotz Problemen und Missverständnissen bleiben beide Länder eng verbunden: Deutsche fühlen sich - wie auf einem Plakat der Tourismus- Werbung zu lesen ist - in Österreich "nicht daheim und doch zuhause". - So sind wir in der Tat so etwas wie "Verfreundete Nachbarn".

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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