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Doppelagenten
Ende 1961 muss Gehlen eine weitere
Niederlage verkraften: Heinz Felfe, Leiter der
Gegenspionage, wird als KGB-Spion enttarnt.
Der Doppelagent hatte dem Ostblock zahlreiche
Agentennamen zugespielt, der Verlust für den
BND ist riesig. Der Stern von Gehlen sinkt,
hatte sein Dienst doch wenige Monate zuvor
auch den Bau der Mauer nicht vorhergesagt.
1968 tritt General Gerhard Wessel die
Nachfolge Gehlens an, ihm folgt mit Klaus
Kinkel 1979 erstmals ein Zivilist ins Amt.
Sieben weitere Präsidenten folgen, erst kürzlich
hat Ernst Uhrlau das Präsidentenamt
seines Vorgängers Dr. August Hanning übernommen.
In der Öffentlichkeit genießt der BND lange
keinen guten Ruf, er scheint von Pleiten,
Pech und Pannen verfolgt. So wird 1976 die
Sekretärin Heidrun Hofer als Opfer eines "Romeo-Agenten" enttarnt: Sie ist eine der
zahlreichen Sekretärinnen, die von Agenten östlicher Geheimdienste unter Vorspiegelung
einer emotionalen Bindung zum Geheimnisverrat
verführt werden. Drei Jahre lang hatte
Heidrun Hofer Interna verraten. Als weitere Top-Agentin für die DDR entpuppt sich erst
nach 1989 Gabriele Gast. Die Regierungsdirektorin
hatte 17 Jahre lang unter dem Decknamen "Gisela" dem DDR-Geheimdienst Einblicke
in die Führungsebene des BND gewährt.
Erfolge
Doch es gibt auch Positives zu vermelden:
1979 flieht MfS-Offizier Werner Stiller in die
Bundesrepublik. Neben Telefon- und Mitarbeiterlisten
des Ministeriums für Staatssicherheit
bringt er wertvolles Insiderwissen
mit. Siebzehn Ost-Agenten werden enttarnt,
und der Kopf der DDR-Auslandsspionage,
Markus Wolf, kann nach den Angaben Stillers
erstmals sicher auf einem Foto identifiziert
werden.
In den 1980er Jahren bleiben DDR und
Sowjetunion erstrangiges Aufklärungsziel des
BND - den Zusammenbruch des kommunistischen
Systems vermag der Nachrichtendienst
aber nicht vorauszusagen. In den 1990er
Jahren ist für die Geheimdienste nichts mehr
so wie es zu Zeiten des Kalten Krieges war:
Neue Aufgabenfelder, neue Feindbilder und
neue Koalitionen kristallisieren sich heraus.
Aufkommende Diskussionen um die Überflüssigkeit
geheimdienstlicher Arbeit enden abrupt
mit den Terroranschlägen vom 11. September
2001 in New York und Washington.
Henrike Girmond
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