|
Trotz der unterschiedlichen
Rahmenbedingungen - pluralistische
Demokratie auf der einen, Einparteiendiktatur
auf der anderen Seite - zeigte sich, dass Rockmusik
trotz des allumfassenden Zugriffs der
SED gedeihen konnte. Vielleicht entwickelte er
sich in seiner ostdeutschen Ausprägung sogar
vielfältiger, weil der inhärente Oppositionsgestus
der Rockmusik in der DDR noch stärker
zum Tragen kam.
Dass die Ausstellung "Rock! Jugend und
Musik in Deutschland" in unserem Zeitgeschichtlichen
Forum Leipzig, wo sie erarbeitet
wurde, zum Publikumsrenner wurde, belegt
zum einen die große Anziehungskraft des Themas
und zum anderen den hohen Qualitätsstandard,
durch den sich unsere Wechselausstellungen
auszeichnen. Der wechselseitige
Tausch der Ausstellungen zwischen beiden
Standorten der Stiftung hat sich mehr als bewährt.
Die enge Zusammenarbeit der Ausstellungsteams
vertieft das Zusammengehörigkeitsgefühl
innerhalb der Stiftung.
Auch in den kommenden Jahren werden
die großen Wechselausstellungen jeweils in
Bonn und Leipzig zu sehen sein. Im Dezember
2006 werden wir ein weiteres Experiment
in unserem deutsch-deutschen Laboratorium
wagen: Erstmals seit Bestehen des Zeitgeschichtlichen
Forums wird eine Ausstellung,
die vornehmlich in Leipzig erarbeitet wurde,
zunächst in Bonn der Öffentlichkeit präsentiert.
Diese Wechselausstellung mit dem Arbeitstitel "Drüben. Wie die Deutschen sich sahen" beschäftigt
sich mit der deutsch-deutschen Wahrnehmung
nach 1945.
Doch im Mai 2006 freuen wir uns zunächst
einmal auf die "Rock!"-Ausstellung. Schon jetzt
können wir versprechen, dass das Begleitprogramm
zu dieser Präsentation - nicht zuletzt
während des Museumsmeilenfestes vom 25.
bis 28. Mai - besonders attraktiv sein wird.
|