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Zeitgeschichtliches Forum Leipzig        
                       
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 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

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Editorial

 

Editorial

Rock 'n' Roll in West und Ost

Ausstellungen in Bonn und Leipzig

Rockmusik faszinierte die Jugend und schuf Identifikationspotentiale, die außerhalb des nationalen Bezugrahmens lagen. Sie war ein wichtiger Wegbereiter der Westorientierung Deutschlands. Dass sie zumindest in den 1950er Jahren von der Elterngeneration abgelehnt wurde, machte sie aus Sicht der Jugendlichen zusätzlich interessant. Rockmusik öffnete bis dahin verschlossene Horizonte.

Unsere Ausstellung "Rock! Jugend und Musik in Deutschland", die vom 25. Mai bis zum 15. Oktober 2006 im Haus der Geschichte zu sehen ist, zeichnet den Weg der Rockmusik von ihren Anfängen in Deutschland bis in die Gegenwart nach. Besonderes Augenmerk legen wir auf die deutsch-deutsche Perspektive. Bands in West und Ost adaptierten die Impulse aus der amerikanischen und britischen Musikszene und entwickelten im Laufe der Zeit eigene Stilrichtungen.

Udo Lindenberg und Hans Walter Hütter beim Besuch der Ausstellung "Rock!" im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig

Trotz der unterschiedlichen Rahmenbedingungen - pluralistische Demokratie auf der einen, Einparteiendiktatur auf der anderen Seite - zeigte sich, dass Rockmusik trotz des allumfassenden Zugriffs der SED gedeihen konnte. Vielleicht entwickelte er sich in seiner ostdeutschen Ausprägung sogar vielfältiger, weil der inhärente Oppositionsgestus der Rockmusik in der DDR noch stärker zum Tragen kam.

Dass die Ausstellung "Rock! Jugend und Musik in Deutschland" in unserem Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, wo sie erarbeitet wurde, zum Publikumsrenner wurde, belegt zum einen die große Anziehungskraft des Themas und zum anderen den hohen Qualitätsstandard, durch den sich unsere Wechselausstellungen auszeichnen. Der wechselseitige Tausch der Ausstellungen zwischen beiden Standorten der Stiftung hat sich mehr als bewährt. Die enge Zusammenarbeit der Ausstellungsteams vertieft das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Stiftung.

Auch in den kommenden Jahren werden die großen Wechselausstellungen jeweils in Bonn und Leipzig zu sehen sein. Im Dezember 2006 werden wir ein weiteres Experiment in unserem deutsch-deutschen Laboratorium wagen: Erstmals seit Bestehen des Zeitgeschichtlichen Forums wird eine Ausstellung, die vornehmlich in Leipzig erarbeitet wurde, zunächst in Bonn der Öffentlichkeit präsentiert. Diese Wechselausstellung mit dem Arbeitstitel "Drüben. Wie die Deutschen sich sahen" beschäftigt sich mit der deutsch-deutschen Wahrnehmung nach 1945.

Doch im Mai 2006 freuen wir uns zunächst einmal auf die "Rock!"-Ausstellung. Schon jetzt können wir versprechen, dass das Begleitprogramm zu dieser Präsentation - nicht zuletzt während des Museumsmeilenfestes vom 25. bis 28. Mai - besonders attraktiv sein wird.

Dr. Hans Walter Hütter
Vertreter des Präsidenten

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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