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Darstellung des Widerstands

Ein europäisches Austauschprojekt

Wie wird der Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Museen dargestellt, welche Widerstandsgruppen werden berücksichtigt, welche Objekte ausgestellt? Um diese und andere Fragen zu beantworten, organisierte das Haus der Geschichte ein von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" in Berlin gefördertes Projekt.

Hochrangig besetzte Podiumsdiskussion vom 7. Februar 2006

Den Auftakt bildete ein Austausch von Gedenkstätten- und Museumsmitarbeitern aus Deutschland, Polen, Russland, Weißrussland sowie der Slowakei. So kamen zwischen Mitte September und Ende Oktober 2005 Museumsmitarbeiter aus Mittel- und Osteuropa nach Deutschland, um die hiesige Museumsarbeit kennen zu lernen. Zwei dieser Teilnehmer, Olga Abramova vom Staatlichen Historischen Museum in Moskau und Alexander Bytschenko vom National-
museum für Geschichte und Kultur Weißrusslands in Minsk, untersuchten mit Unterstützung einer Gruppe von Studenten, wie das Haus der Geschichte den Widerstand im Nationalsozialismus darstellt.

Kontroversen auf der einen ...

Die Ergebnisse aller Austausch-Teilnehmer wurden in Abschlussberichten festgehalten und in einem Workshop im November 2005 zusammengetragen: Dabei stellten sie fest, dass bei der Darstellung des Themas Widerstand gegen den Nationalsozialismus generell keine europäische Perspektive zum Tragen kam. Meist würdigten die am Austausch teilnehmenden Museen und Gedenkstätten nur die Widerständler ihres Landes.

... und der anderen Seite bestimmten die Diskussionen über die Darstellung des Widerstands.

Ausnahmen bildeten die KZ-Gedenkstätten, die den Widerstand der Inhaftierten ungeachtet ihrer Nationalität würdigten, sowie das Museum des slowakischen Nationalaufstands, das in zwölf Abteilungen den nationalen Widerstand und in einer Abteilung den europäischen Widerstand darstellt.

Die Abschlussberichte der Austausch-Teilnehmer regten zu kontroversen Diskussionen an, ob sich das Thema Widerstand überhaupt aus einer europäischen Perspektive betrachten lässt. Nach der wissenschaftlichen Einführung in das Thema durch Prof. Dr. Michael Kißener beschäftigten sich Schüler, Studenten, Doktoranden und Museumspädagogen mit der Frage, wie die verschiedenen Widerstandsgruppen das jeweilige nationale Selbstverständnis bis heute beeinflussen und inwiefern die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft in die Arbeit der Medien und der Öffentlichkeit einfließen können und sollen.

Die Ergebnisse des Workshops wurden am 7. Februar 2006 während eines Symposions diskutiert. Auf zwei Podiumsdiskussionen diskutierte eine hochrangige Besetzung, wie man den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Museen darstellen kann und ob dies aus einer europäischen Perspektive geschehen kann. Außerdem befasste sich eine Diskussionsrunde mit dem Widerstand in der Öffentlichkeit und in verschiedenen Medien.

Barbara Lier

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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