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Rebellen und Vorbilder auf der Leinwand
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Kinofilme in den 1950er Jahren
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James Dean, Marlon Brando,
Elvis Presley oder Bill Haley:
Sie wurden für viele Jugendlichen
zu Vorbildern, um sich
von der Erwachsenenwelt
abzugrenzen. Ihre Filme und
ihre Musik schufen einen
neuen Lebensstil, der zunächst
in Amerika, dann
auch in Bundesrepublik
erfolgreich wurde.
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Ein Klassiker der Filmgeschichte mit James Dean, einem Jugendidol bis heute
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Unter dem Namen "Die Wilden vom Großen
Fenster" treibt im Frühjahr 1955 eine Bande
von etwa zwanzig 17 bis 22-jährigen Motorradfahrern
in West-Berlin "allerlei groben Unfug",
wie es in einem zeitgenössischen Text heißt.
Zum Vorbild nehmen sich die Jugendlichen
offenkundig die Motorradbanden aus dem
amerikanischen Spielfilm "Der Wilde" ("The
Wild One") mit Marlon Brando in der Hauptrolle,
der seit dem 14. Januar in der Bundesrepublik
zu sehen ist. Brando schafft in diesem
Film die klassische Figur des "halbstarken"
Rockers mit Motorradstiefeln, Jeans, T-Shirt
und Lederjacke. Er spielt den Anführer einer
Bande, die eine Kleinstadt in den Vereinigten
Staaten in Angst und Schrecken versetzt. In
Großbritannien darf der Film vierzehn Jahre
lang nicht gezeigt werden, da die Behörden einen
Nachahmungseffekt bei den Jugendlichen
befürchten.
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Im Oktober 1955 läuft ein weiterer Film an,
der sich mit Jugendkriminalität beschäftigt:
In "Die Saat der Gewalt" ("The Blackboard
Jungle") spielt Glenn Ford den Lehrer Dadier,
der sich gegen eine gewalttätige Schulklasse
durchsetzt. Eine Schlüsselszene zeigt, wie die
Schüler die Plattensammlung eines Lehrers
durch die Luft schleudern, weil ihnen die Jazzmusik
darauf nicht zusagt. Ihre Musik scheint
hingegen der Rock 'n' Roll zu sein; der Titelsong
des Films ist "Rock around the Clock" von
Bill Haley. Viele Zuschauer sind schockiert vom
Bild der gewalttätigen Jugendlichen. Die amerikanische
Botschafterin in Italien versucht
sogar erfolglos, den Film von der Biennale in
Venedig ausschließen zu lassen, weil sie um
das Ansehen der Vereinigten Staaten im Ausland
fürchtet.
"Rebel without a Cause" - der englische
Titel des James-Dean-Films "Denn sie wissen
nicht, was sie tun", der seit März 1956 in den
deutschen Kinos gezeigt wird - drückt das Lebensgefühl
vieler Jugendlicher in den 1950er
Jahren aus.
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Ein Film der hält, was sein Titel verspricht: Die Saat der Gewalt, 1955
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Die in dem Film dargestellten Jugendlichen
leben ihren inhaltlich richtungslosen
Protest gegen die Elterngeneration bei
sinnlosen Mutproben aus. Das Gespräch der
Kontrahenten Jim und Buzz vor einem Autorennen
mit gestohlenen Wagen drückt die von
den Jugendlichen empfundene Leere aus. Buzz
sagt zu Jim: "Du gefällst mir.“ Jim fragt daraufhin: "Warum machen wir dann das hier?"
Buzz antwortet: "Irgendwas muss man doch
tun." James Dean, der kurz vor der Erstaufführung
bei einem Autounfall ums Leben
kommt, wird postum zum Weltstar und Leitbild
einer Generation.
Am Ende ist die Band landesweit erfolgreich
und der Agent mit der Tänzerin verheiratet.
Explosiver als die Handlung ist die Musik, die
den Erfolg des Films ausmacht. Nach dessen
Aufführungen in Europa kommt es zu zahlreichen
Krawallen und Straßenschlachten.
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Marlon Brando:
Inbegriff des Rebellen
auf der Leinwand und
im richtigen Leben
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Auch Elvis Presleys Musik wird über den
Film popularisiert. Ab Januar 1957 zeigen die
bundesdeutschen Lichtspieltheater Filme wie "Pulverdampf und heiße Lieder" ("Love Me
Tender"), "Gold aus heißer Kehle" ("Loving
You"), "Rhythmus hinter Gittern" ("Jailhouse
Rock") und "Mein Leben ist der Rhythmus"
("King Creole"). Häufig spielt Elvis in diesen
Filmen einen Sänger, der aus einfachen Verhältnissen
aufsteigt und durch seine Musik berühmt
wird.
Auch der deutsche Film nimmt sich der jugendlichen
Kleinkriminalität an. In "Die Halbstarken"
spielt Horst Buchholz 1956 den Anführer
einer Halbstarkenbande, der erfolglos
versucht, mit Hilfe kleinerer Einbrüche zu Geld
zu kommen. Der Film kupfert amerikanische
Vorbilder nicht einfach ab, auch wenn er offenkundig
vom Erfolg der Filme mit Brando
und Dean inspiriert wurde. Karin Baal prägt
in der Rolle der selbstbewussten, aber skrupellosen
Sissy ein Bild des weiblichen Teenagers,
das weit entfernt ist von den eher konventionellen
Mädchengestalten aus Hollywood-Produktionen.
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Deutsche Filmproduktionen
aus dem Jahr 1956
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Für die Filmindustrie sind die "Halbstarken"-
Filme wichtig, um das immer bedeutender
werdende jugendliche Zielpublikum zu erreichen - zumal die Erwachsenen mehr und
mehr das Medium "Fernsehen" benutzen. Für
die Jugendlichen indes bieten die Filme eine
Möglichkeit, sich von der Welt der Erwachsenen
abzugrenzen. Stars wie James Dean oder
Elvis Presley werden für Jahrzehnte zu ihren
Leitbildern.
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Ingo Grabowsky
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