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Mit einer Auflage von 30.000
Heften ging die "Bravo" im
Sommer 1956 an den Start.
Ihre Berichte über populäre
Film- und Schlagerstars
machten das Heft schnell
zum Sprachrohr der Jugend.
Eine Zeitschrift für die ganze Familie sollte
es werden. "Bravo - Zeitschrift für Film und
Fernsehen" nannte sich die erste Ausgabe, die
am 26. August 1956 erschien. Das Heft kostete
50 Pfennig. Auf dem Titelbild strahlten in Gelb
und Orange zwei Ikonen der amerikanischen
Popkultur: Marilyn Monroe und Richard Widmark.
Genau das unterschied das neue Heft
von den anderen Fernsehzeitschriften. Denn
die "Bravo" berichtete als einzige deutsche
Zeitschrift über kontrovers diskutierte neue
amerikanische Filme wie "Die Saat der Gewalt"
und über den Rock 'n' Roll. Damit sprach
sie vor allem ein junges Publikum an. Folgerichtig
verschwand 1959 der Untertitel und die "Bravo" wandelte sich zur "Zeitschrift mit dem
jungen Herzen". Vor allem Pop- und Schlagergrößen
wie Peter Kraus, James Dean und
Brigitte Bardot be-
herrschten von nun an die
wöchentlichen Titelbilder.
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Brigitte Bardot zum Basteln: Der erste Bravo-Star-Schnitt 1959
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Über Elvis Presley berichtete die "Bravo"
noch bevor die ersten Platten des amerikanischen
Newcomers den deutschen Markt erreichten.
Als seine Musik als "unzüchtig" gebrandmarkt
wurde, stellte sich die "Bravo"
schützend vor den kommenden Mega-Star.
Ihr Argument: Die hohen Verkaufszahlen
seiner Platten könnten ja nicht von ungefähr
kommen.
In der "Bravo" prallten zwei unterschiedliche
Wertesysteme aufeinander: Auf der einen
Seite grenzten sich die Jugendlichen in den
1950iger Jahren immer mehr von der Erwachsenenwelt
ab. Die Erwachsenen dagegen
befürchteten in der aufkommenden Amerikanisierung
durch Comics, Western und Rock 'n'
Roll einen Werteverlust der Gesellschaft. Die "Bravo" versuchte zwischen beiden Positionen
zu vermitteln. Kritische Kommentare beruhigten
die Elterngeneration. Für die Jugendlichen
gab es Bilder und Texte zu Rock 'n' Roll-Musik
und Jugendkultur.
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Starporträts, Musik
und viele Bilder:
Bravo-Titelseiten der 1950er
Jahre und aktuelles Cover
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1959 veröffentlichte die "Bravo" den ersten "Starschnitt". Erster zusammensetzbarer Star
in Lebensgröße war Brigitte Bardot (156 cm).
Trotz ihrer für heutige Verhältnisse züchtigen
Darstellung in einem hochgeschlossenen Badeanzug
wurde die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende
Schriften eingeschaltet: Das Blatt
setze falsche Leitbilder, hieß die Kritik. Doch
erst später wurde die "Bravo" als jugendgefährdende
Schrift eingestuft: Als nämlich
Anfang der 1970er Jahre mit "Dr. Sommer"
und "Dr. Korff" die Beiträge des Magazins zur
sexuellen Aufklärung begannen.
Ein anderer wesentlicher Einfluss der "Bravo" auf die damalige Jugend ist heute weitgehend
vergessen. Von der ersten Ausgabe bis
Mitte 1958 brachte das Magazin in jeder dritten
Ausgabe militärkritische Beiträge: Damit
erleichterte sie vielen Jugendlichen die klare
Abgrenzung von der deutschen Vergangenheit
und vom Militarismus.
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