Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

Übersicht  
Titel  
Ausstellungen  
Infothek  
Ausgewählt  
Brennpunkt     
 Eine Rede geht um die Welt
 Reagans Vision
 Bürger in Uniform
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig  
Berlin        
                       
Karikatur                       
Editorial                      
Archiv                
Termine 2/2007                
Impressum 2/2007                
                       
                                        
 aktuelle Ausgabe                  

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

Archiv

Brennpunkt

 

Eine Rede geht um die Welt

Ronald Reagan am Brandenburger Tor

Als vor 20 Jahren Ronald Reagan den Generalsekretär der KPdSU Michail Gorbatschow aufforderte, die Berliner Mauer niederzureißen, hielten Zeitgenossen dies für reine Rhetorik. Nur zweieinhalb Jahre später fiel die Mauer tatsächlich.

Im Sommer 1987 war Berlin eine geteilte Stadt. Dies- und jenseits der Mauer stand die 750-Jahr-Feier auf dem Programm. Höhepunkt in West-Berlin war der Besuch des amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan, der am 12. Juni vor den Sperranlagen am Brandenburger Tor das Wort ergriff. Vor 25.000 Gästen und hinter schusssicherem Glas appellierte er an den Kremlchef: „…wenn Sie nach Frieden streben, …wenn Sie die Liberalisierung wollen, dann kommen Sie hierher zu diesem Tor, …öffnen Sie dieses Tor. Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!“ – „Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!“

Die Rede war Ausdruck einer Politik, die – neben der Reformpolitik Gorbatschows – entscheidend zum Zusammenbruch des Ostblocks und zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Teilstaaten beitragen sollte. Nach einem erneuten Anziehen der Rüstungsschraube, mit der die UdSSR kaum Schritt halten konnte, suchte Reagan aus einer Position der Stärke heraus schließlich den Dialog mit Moskau. So betonte er auch in seiner Berliner Rede: „Weil wir stark geblieben sind, sind die Sowjets an den Verhandlungstisch zurückgekehrt.“

Reagans Politik der militärischen Aufrüstung war vor allem in Europa sehr umstritten, zumal er aus seiner antikommunistischen Haltung keinen Hehl machte. Auch am Vorabend seines Auftritts in West-Berlin 1987 demonstrierten mehrere Zehntausend Menschen gegen die US-Rüstungspolitik. Sie fürchteten den Ausbruch eines Krieges in Europa und sahen im amerikanischen Präsidenten einen „Kalten Krieger“. Heute – 20 Jahre später – ist das Bild Ronald Reagans in der zeithistorischen Forschung nuancierter. War für ihn die UdSSR zu Beginn seiner Amtszeit noch das „Reich des Bösen“, suchte er dann bei Abrüstungsverhandlungen den Dialog mit Moskau. Noch im Dezember 1987 besiegelten der US-Präsident und die sowjetische Führung in Washington D.C. ein Abkommen über die Vernichtung aller landgestützten atomaren Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag).

Die Rede vor dem Brandenburger Tor ist daher als Anfang vom Ende des Kalten Krieges zu sehen. Niemand, und noch nicht einmal Ronald Reagan selbst konnte jedoch an diesem 12. Juni ahnen, was sich im November 1989 ereignen würde: Die Mauer fiel, das Tor wurde geöffnet und der Weg zur Wiedervereinigung war frei.

Magdalena Zeller

Historischer Auftritt: Ronald Reagan am 12. Juni 1987 vor dem Brandenburger Tor, auf der Tribüne direkt hinter ihm Bundeskanzler Helmut Kohl (r.) und Bundestagspräsident Philipp Jenninger (l.)

 

Nach der Mauerrede: Präsident Reagan und Generalsekretär Gorbatschow bei ihrem Treffen im „Oval Office“ im Weißen Haus im Dezember 1987

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang