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 Haus der Geschichte, Bonn

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Lebensgeschichten

Neue Ausstellungen in Bonn

Hans Walter Hütter (r.) und Jürgen Reiche (l.) zusammen mit dem Fotografen Günter Zint bei der Fotoauswahl für die Ausstellung „Wilde Zeiten“ in der U-Bahn-Galerie.

Fast 280.000 deutsche Juden verließen Deutschland zwischen 1933 und 1945. Aufnahme fanden sie in über 90 Ländern auf fünf Kontinenten. Nur etwa fünf Prozent der Emigranten kehrten nach dem Krieg zurück.

Die bloßen Zahlen verdecken, dass das Leid über die von den Nationalsozialisten erzwungene Emigration ebenso individuell ist wie die Erfahrung des Neuanfangs in der Ferne. Einzelschicksale stehen deshalb im Zentrum unserer Ausstellung „Heimat und Exil. Emigration der deutschen Juden nach 1933“. Eindrucksvoll zeigt sie, wie unterschiedlich die Menschen für sich „Heimat“ definierten und wo sie diese „Heimat“ verorteten. Zwei individuelle Betrachtungen auf die Flucht bringen wir Ihnen auf den folgenden Seiten nahe. Werner Michael Blumenthal, ehemals US-Finanzminister und heute Direktor des Jüdischen Museums Berlin, suchte im Jahr 1939 als 13-Jähriger mit seinen Eltern Zuflucht in Shanghai. Professor Moshe Zimmermann von der Hebräischen Universität Jerusalem kam nach der Flucht seiner Eltern aus Hamburg in Jerusalem zur Welt – einer Stadt, die viele deutsche Juden ebenso als Heimat wie als Exil empfanden.

Die Ausstellung „Heimat und Exil“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin. Sie ist ein weiterer Beleg für die erfolgreichen Kooperationen der Stiftung mit Institutionen im In- und Ausland. Auch bei der „Rückblende“, die wir am 25. Mai 2007 zum siebten Mal in unseren Räumen begrüßen können, hat sich die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern – darunter die Landesvertretung Rheinland-Pfalz, der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der SPIEGEL – bewährt.

Neu eröffnet haben wir am 8. Mai 2007 die Ausstellung „Wilde Zeiten. Fotografien von Günter Zint“ in unserer U-Bahn-Galerie. Als Fotograf ist Günter Zint vor allem bekannt durch seine Bilder aus dem Hamburger „Star Club“, wo er zwischen 1964 und 1969 die Auftritte von Musikgrößen – hierzu gehörten auch die Beatles – dokumentierte. Darüber hinaus zeigen wir ihn als Chronisten der Protestbewegungen seit den 1960er Jahren.

Diese neuen Ausstellungen greifen wichtige und interessante Themen der deutschen Zeitgeschichte auf. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Dr. Hans Walter Hütter
Vertreter des Präsidenten

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

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