Sitemap Kontakt Impressum

 Inhalt

Übersicht  
Titel  
Ausstellungen  
Infothek     
 Zwischen Bonn und Boccia
 „Europa ist schön“
 Kurzmeldungen
Ausgewählt  
Brennpunkt  
Zeitgeschichtliches Forum Leipzig  
Berlin        
                       
Karikatur                       
Editorial                      
Archiv                
Termine 2/2007                
Impressum 2/2007                
                       
                                        
 aktuelle Ausgabe                  

 Haus der Geschichte, Bonn

 Zeitgeschichtliches Forum
 Leipzig

Archiv

Infothek

 

Zwischen Bonn und Boccia

Vor 40 Jahren starb Konrad Adenauer

Am 19. April 1967 verstarb Konrad Adenauer in seinem Rhöndorfer Wohnhaus. Sein Leben und Wirken durchzog vier Epochen wechselvoller deutscher Geschichte.

1876 in einfachen Verhältnissen eines kleinbürgerlichen Beamtenhaushalts in Köln geboren, wuchs Adenauer im Kaiserreich Bismarcks und Wilhelms II. auf. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und eher bescheidenen beruflichen Anfängen übernahm er 1906 eine Stelle als Beigeordneter in seiner Heimatstadt. Damit begann eine steile kommunalpolitische Karriere, die ihn 1917 als Kandidat der katholischen Zentrumspartei in das Amt des Oberbürgermeisters führte.

In den Jahren der Weimarer Republik setzte Adenauer darauf, Köln zur modernen Großstadt und kulturellen Metropole im Westen des Reiches und handelspolitischen Drehscheibe des westlichen Europa auszubauen. Vor diesem Hintergrund realisierte er Projekte wie den Grüngürtel, die Messe, die Wiedergründung der Universität oder die Ansiedlung der Ford-Werke, die die Domstadt bis heute prägen. Adenauers Karriere als Oberbürgermeister nahm 1933 ein jähes Ende. Der gläubige Christ und überzeugte Demokrat musste nach Hitlers Machtübernahme um sein Leben fürchten. In der Abtei Maria Laach fand er Zuflucht, während ihn die neuen Machthaber aus dem Amt entließen.

Von Köln nach Bonn – die zweite politische Karriere

Ins Privatleben zurückgezogen überstand Adenauer, trotz zweier Verhaftungen, das so genannte Dritte Reich. Nach Kriegsende – Adenauer war bereits 69 Jahre alt – setzte seine zweite politische Karriere ein, die Adenauer 1949 ins Bonner Kanzleramt und im Jahr darauf zum Vorsitz der neu gegründeten CDU-Bundespartei führte. Westintegration und Wiederbewaffnung, Aussöhnung und europäische Integration, Wiederaufbau und Wirtschaftswunder prägten die Ära der Jahre 1949–1963, die Adenauers Namen trägt. Dabei war seine Politik ebenso umstritten wie der Kanzler selbst. 1963 drängte die eigene Partei den 87-Jährigen aus dem Amt. Dem Deutschen Bundestag gehörte er weiterhin als Abgeordneter an; vor allem aber widmete sich der Altkanzler fortan daheim in Rhöndorf oder im oberitalienischen Urlaubsort Cadenabbia der Arbeit an seinen „Erinnerungen“, die er nicht mehr in Gänze selbst abschließen konnte.

Die Rhöndorfer Gedenkstätte

Noch im Todesjahr des Kanzlers, 1967, schenkten Adenauers sieben Töchter und Söhne der Bundesrepublik Deutschland das Haus mit allem Inventar, dem großen Garten und auch dem privaten schriftlichen Nachlass des Vaters. Der Bund errichtete im Gegenzug mit der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus eine Gedenkstätte. Fast drei Millionen Besucher aus aller Welt sind seither nach Rhöndorf gekommen, um zu sehen, wo und wie der Kanzler wohnte, der längst politischem Gezänk entrückt ist und von den Deutschen 2003 in einer ZDF-Umfrage zu „Unserem Besten“ bestimmt wurde. Dabei gibt es nicht nur den Politiker, sondern auch den Privatmann Konrad Adenauer, den Familienmenschen und Gartenfreund, den Tüftler und Erfinder, den Liebhaber von Kunst und klassischer Musik, den begeisterten Krimileser und leidenschaftlichen Boccia-Spieler zu entdecken. Alles ist noch so erhalten, wie Adenauer es 1967 verlassen hat, und wirkt auf eine Art und Weise lebendig, dass man nicht ausschließen möchte, „der alte Herr“ könne gleich persönlich zur Tür hereinkommen.

Corinna Franz

Requiem im Kölner Dom. Hunderttausende nahmen Abschied, darunter alle maßgeblichen Staats- und Regierungschefs der westlichen Demokratien.

 

Der Gartenfreund und Erfinder: Objekte in der „Erfindervitrine“ des Adenauer-Hauses

 
Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus
Konrad-Adenauer-Straße 8c
53604 Bad Honnef-Rhöndorf
Tel. 0 22 24 / 921 0

Öffnungszeiten:
Di–So 10:00–16:30 Uhr.
Führungen durch Garten und
Wohnhaus ständig nach Bedarf;
letzte Führung 16:00 Uhr.
Anmeldung für Gruppen ab 10
Personen:
Tel. 0 22 24 / 921 234,
besucherdienst@ adenauerhaus.de.
Spezielle Führungen und Projektarbeit für Schulklassen auf Anfrage.
Der Eintritt ist frei!

Über das Veranstaltungsprogramm
informiert aktuell

www.adenauerhaus.de

 

 

Corinna Franz
Geschäftsführerin der Stiftung
Bundeskanzler-Adenauer-Haus

 © 2008 Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland

zum Seitenanfang