Am 2. August eröffnen wir mit einem großen
Straßenfest in der Grimmaischen Straße die
Leipziger Doppelausstellung "Klopfzeichen.
Kunst und Kultur der 80er Jahre in Deutschland".
Während der Ausstellungsteil "Wahnzimmer" im
Museum der Bildenden Künste sich der Entwicklung
von Malerei, Grafik und Plastik jenes Jahrzehnts
annimmt, ist der Ansatz unserer Ausstellung
"Mauersprünge" im Zeitgeschichtlichen
Forum umfassender.
Am Anfang der Ausstellung steht die Geschichte
eines Eklats von weitreichender Wirkung.
Wolf Biermann war auf Einladung der IG-Metall
zu einer Tournee in den Westen
gekommen, nachdem er in der DDR über ein
Jahrzehnt nicht mehr hatte öffentlich singen dürfen.
Sein erster Auftritt im Westen fand am 13.
November 1976 in Köln statt; es sollte zugleich
sein letzter als DDR-Bürger sein. Von 7.000 begeisterten
Zuhörern gefeiert, sang, rezitierte und
stritt Wolf Biermann dort für sein Ideal von einer
sozialistischen Welt ohne Unterdrückung und
Ausbeutung.
Stuttgart-Stammheim, am Morgen des 18. Oktober 1977:
Justizbeamte entdecken die Leichen von Andreas Baader
und Gudrun Ensslin. Baader liegt auf dem Zellenboden
in einer Blutlache. Ensslin hat sich mit einem Elektrokabel
am Fensterkreuz erhängt.