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Archiv |
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Editorial 3/2002 |
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Editorial
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Deutsch-deutsche Kultur |
Doppelausstellung in Leipzig |
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Am 2. August eröffnen wir mit einem großen
Straßenfest in der Grimmaischen Straße die
Leipziger Doppelausstellung "Klopfzeichen.
Kunst und Kultur der 80erJahre in Deutschland".
Während der Ausstellungsteil "Wahnzimmer" im
Museum der Bildenden Künste sich der Entwicklung
von Malerei, Grafik und Plastik jenes Jahrzehnts
annimmt, ist der Ansatz unserer Ausstellung
"Mauersprünge" im Zeitgeschichtlichen
Forum umfassender. Hier werden sowohl die
politischen Grundlagen für die kulturellen Beziehungen
als auch Biografien und Werke von "Mauerspringern" aus beiden Teilen Deutschlands
vorgestellt. Die Bundeszentrale für politische
Bildung zeichnet verantwortlich für Begleitprogramm
sowie Katalog und unterstützt uns
großzügig.
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Stiftungspräsident Hermann Schäfer und Bundespräsident Johannes Rau, der für die Doppelausstellung in Leipzig die Schirmherrschaft übernommen hat. |
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Erstmals hat die Stiftung eine Ausstellung
von Beginn der Planungsphase an bis zu ihrer
Umsetzung gemeinsam mit zwei anderen Institutionen
realisiert. Dies geschah nicht allein, um
die Kompetenzen und Bestände der beteiligten
Einrichtungen zu bündeln. Das Thema erhält
durch den konzertierten Auftritt aller drei Partner
die ihm zustehende gesellschaftliche Präsenz.
Diese wird sich zweifellos durch die anschließende Präsentation der Ausstellung ab Dezember
2002 im Ruhrlandmuseum/Museum Folkwang in Essen
noch vergrößern.
Dass wir Bundespräsident Johannes Rau als
Schirmherr für die Doppelausstellung gewinnen
konnten, ist uns Ehre wie Verpflichtung. Zugleich
ist es ein schönes Zeichen für die 1988/89 gewachsenen
kulturellen Verbindungen zwischen
Ost und West: Johannes Rau war nämlich am
Abend des Mauerfalls, am 9. November 1989,
im Gewandhaus in Leipzig, um - damals als Ministerpräsident
Nordrhein-Westfalens - eine seit
langem vereinbarte Kunstausstellung zu eröffnen.
Dieses "Klopfzeichen" war so tatsächlich
Bestandteil des größten "Sprungs" in der Mauer,
letztlich ihres Falls.
Wenn sich so viele unterschiedliche Institutionen
zu diesem Zeitpunkt gemeinsam dem
Thema der deutsch-deutschen Kulturbeziehungen
zuwenden, spricht dies für seine Dringlichkeit.
Möge es dieser Ausstellung durch ihren
Rückgriff auf das produktive Miteinander des
innerdeutschen Kulturaustausches in den
1980er Jahren gelingen, in den letzten Jahren
eingetretene Verkrustungen zwischen Ost und
West kritisch zu hinterfragen und damit zu ihrer überwindung beizutragen. Dann wäre viel erreicht!
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